
AKW-Niedrigstrahlung als Ursache für Kinderkrebs nicht ausgeschlossen
In der internationalen Fachpresse setzt sich die Erkenntnis vermehrt durch, dass Niedrigstrahlung als Ursache für ein erhöhtes Krebsrisiko von Kleinkindern in der Nähe von Atomkraftwerken nicht ausgeschlossen werden kann und darf. Dies steht jedoch im Gegensatz zu den umstrittenen Interpretationen des Mainzer Kinderkrebsregisters (KKR) in der epidemiologischen Studie Kinderkrebs in der Umgebung von Kernkraftwerken (KiKK-Studie).
So schreibt aktuell Prof. Rudi Nussbaum aus Portland: "Die verschiedenen, sich widersprechenden Aussagen der Wissenschaftler des Mainzer Kinderkrebsregisters vor und
nach der Publikation der KiKK-Studie zeigen den Konflikt zwischen wissenschaftlichen Beweisen und bestehenden Hypothesen über Emissionen und Strahlungsrisiken. (...) Die Forscher haben ohne Diskussion Radioaktivität als schlüssigste Erklärung für die beobachtete Entfernungskorrelation ausgeschlossen - aus dem einfachen Grund, weil dieser Befund im Widerspruch mit den gängigen Annahmen über gesundheitliche Folgen von Strahlung stehen würde".*
Hintergrund des Streits ist das signifikante Ergebnis der KiKK-Studie, das besagt: Je näher ein Kleinkind an einem Atomkraftwerk wohnt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, an Krebs und Leukämie zu erkranken. Die Mainzer Autoren widersprachen jedoch trotz eindeutiger Datenlage in der Interpretation ihren eigenen Untersuchungsergebnissen und schlossen kategorisch Strahlung von Kernkraftwerken als Ursache für die erhöhte Erkrankungswahrscheinlichkeit aus.
Nach Ansicht der IPPNW muss nicht das Ergebnis der KiKK-Studie in Frage gestellt werden, sondern die fehlende Bereitschaft, aus den neuen Erkenntnissen Konsequenzen zu ziehen. "Um unsere Kinder zukünftig besser vor Niedrigstrahlung aus Atomkraftwerken zu schützen, fordern wir die Bundesregierung auf, das dem Strahlenschutz zu Grunde liegende Rechenmodell "Reference Man" durch einen wesentlich strahlensensibleren "Reference Embryo" zu ersetzen", so Reinhold Thiel, Mitglied des Vorstands der IPPNW.
Die IPPNW bittet deshalb um Unterstützung einer Petition an die Bundesregierung, in der eine Verschärfung des Strahlenschutzes gefordert wird. Die Petition darf von jedem Bürger mitunterzeichnet werden, bis zum 11. September 2009 ist dies sogar online möglich.
https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;pe....
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