VfL Handball: Männer 1 - Sieg im Teil eins der Derby Wochen

Als Bernd Dunstheimer zehn Minuten vor Schluss einen Siebenmeter gefühlte zwei Meter über den Querbalken warf, schien die Vesper ohne die Bezirksoberliga-Handballer des VfL Günzburg verputzt. 21:24 lagen sie hinten im Derby beim SC Ichenhausen, liefen seit Spielbeginn ständig einem Rückstand hinterher und wirkten angesichts ihrer erfolglosen Anstrengungen beinahe schon verzweifelt. Urplötzlich jedoch riss der Faden bei den bis dahin so souverän wirkenden Jungspunden in Königsblau.
Günzburg legte vor 300 Besuchern eine tolle 5:0-Serie hin, führte auf einmal 26:24 (57.) und bejubelte kurz danach den 29:26-Auswärtserfolg im prestigeträchtigen Treffen von zwei Top-Mannschaften in Schwabens höchster Spielklasse.
Dass es zur Wende kam, lag vor allem an der langen Bank der Gäste aus der Kreisstadt. Während beim SCI schon kurz hinter der ersten Sechs im Wortsinn Ergänzungsspieler zum Einsatz kamen, konnten die Weinroten immer wieder gute, frische Kräfte aufs Feld bringen. Das war auch nötig, denn das Derby wurde auf beiden Seiten emotional bis euphorisch geführt. Ein Augenzeuge sprach sogar von „Klopperei" - ein Eindruck, den beide Trainer korrigierten. „Ganz normal" seien die Härten im Spiel gewesen, sagte VfL-Coach Dunstheimer. Dass die Rote Karte nach einer Notbremse von Laszlo Majsai berechtigt war, wollte freilich auch er nicht ernsthaft anzweifeln.
Mehr als eine Halbzeit lang setzten die Königsblauen dem Landesliga-Absteiger gehörig zu. Sie schlossen ihre Angriffe viel konsequenter ab als die Gäste und erarbeiteten sich einen Vorsprung, den sie bis zum 11:6 (19.) ausbauten. Erst dann hatte sich der VfL etwas besser auf die Partie eingestellt und spielte sich mit einem Zwischenspurt auf 14:12 (27.) heran - eine Differenz, die bis zur Pausensirene Bestand hatte.
Kaum Spielfluss, viel Spannung
Nach dem Seitenwechsel kratzte der VfL mehrfach am Vorsprung der Königsblauen. Beim Stand von 20:19 verpassten die Weinroten allerdings ihre bis dahin beste Chance zum Ausgleich und im schnellen Gegenzug stellte Julian Herbel mit seinem sechsten Treffer auf 21:19 (41.). Danach wurde es richtig ruppig; minutenlang beharkten sich die Nachbarn kaum noch mit sportlichen Mitteln. Kein Wunder, dass angesichts der ständigen Überzahl-/Unterzahl-Situationen der Spielfluss flöten ging. Dafür stieg die Spannung.
Günzburg bekam „peu à peu mehr Ballgewinne" (Dunstheimer) und als Reinhard Miller einen Siebenmeter zum 24:24 verwandelte, kippte die Sache vollends Richtung VfL (55.).
SCI-Trainer Klaus Hornung sagte nach der Auseinandersetzung enttäuscht: „Wir konnten einfach das Niveau nicht halten, haben individuelle Fehler in den entscheidenden Phasen gemacht."

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