VfL Handball: Damen 1 - Drehen sich im Kreis

Es schien zuletzt, als wären die Handballerinnen des VfL Günzburg in der Bayernliga auf einem guten Weg. Dem mühsamen Weg fort vom Tabellenende. Doch im Heimspiel gegen den TSV Winkelhaid ist die Mannschaft von Trainer Harald Jekel wieder ein großes Stück zurückgefallen. Mit 17:26 (8:11) verloren die VfL-Frauen und kamen dabei nicht annähernd an guten Leistungen der vergangenen Partie heran.
Vom Anpfiff weg liefen die Günzburgerinnen einem Rückstand hinterher. Ein Zustand, der erstens viel Kraft kostet und zweitens auch mental zu schaffen macht. Bereits nach 13 Minuten versuchte Trainer Harald Jekel seine Spielerinnen mit einer Auszeit wachzurütteln. Doch die mahnenden und aufmunternden Worte blieben ohne Wirkung. Der VfL agierte viel zu harmlos. Vor allem in der Defensive ließen die Gastgeberinnen jeglichen Willen verissen und packten nicht anständig genug zu. In der ersten Halbzeit allerdings hatte das noch nicht einmal besonders schwerwiegende Auswirkungen. Auch die Gäste wussten bis zum Seitenwechsel nicht viel zuzusetzen. Und so stand es nach 30 Minuten 8:11. Eigentlich schmeichelhaft, doch für den VfL wäre noch alles drin gewesen, selbst ein Sieg war noch in greifbarer Nähe.
Doch nach Wiederanpfiff mussten die VfL-Verantwortlichen diesen Gedanken schnell verwerfen. Viele Fehlversuche, viele technische Fehler prägten fortan das Spiel der Günzburgerinnen. Oft wurde im Angriff viel zu überhastet und unüberlegt abgeschlossen. Selbst von geplanten Spielzügen ging nicht genügend Durchschlagskraft aus. Die Folge: Winkelhaid konterte die Weinroten in der eigenen Halle eiskalt aus. Je länger die Begegnung lieg, desto mehr Ruhe brachten die Mittelfranken in ihr Spiel. Auch als der VfL versuchte, den Motor der Gäste durch eine Umstellung der Abwehrformation ins Stottern zu bringen, blieben diese überlegen.
Zwei Dinge stellten sich gegen Winkelhaid heraus: Zum einen sind die VfL-Frauen in dieser Saison ihren Gegnerinnen auch körperlich meistens weit unterlegen. Zum anderen hat man es als Schlusslicht oftmals auch mit den Schiedsrichtern nicht leicht, bekommt eher eine Situation abgepfiffen als zugesprochen. Günther Borkey (Unterhaching) und Rudi Holzner (Großhadern) demonstrierten dies in der Rebayhalle auf ihre Art: Während die Günzburgerinnen insgesamt sechs Zeitstrafen erhielten, spielte Winkelhaid nur zweimal in Unterzahl. Das spiegelt auch das Verhältnis der gegebenen Siebenmeter wider: Deren vier durfte der VfL werfen, satte zehn Versuche bekamen die Gäste.
VfL-Tore: Apel, I. Deutschenbaur (je 3), Boesveld (3/2), Märkl, Aust, Jorga (je 2), Wieser, Schaaf (je 1).

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