Sprache als Schlüssel zur Gemeinschaft - Sprachförderung im Landkreis Günzburg in Kindertageseinrichtungen

Die Bedeutung von Sprache und ihrer Förderung soll im Monat März und April in besonderer Weise und durch gezielte Aktionen, bei denen Sprachförderung im Vordergrund steht, durch den sogenannten Literacy-Monat, ein Projekt der bayerischen Staatsregierung, in den Mittelpunkt gestellt werden.
Im Landkreis Günzburg wurde in diesem Zusammenhang u.a. ein Lesevormittag im Kindergarten in Wasserburg durchgeführt. Es wurden Bilderbücher in zwei Sprachen vorgelesen, von einer Mutter in türkischer Sprache und von einer Erzieherin in der deutschen Sprache, um die Wertschätzung gegenüber der Zweisprachigkeit auszudrücken. Auch andere Kindertagesstätten werden Sprache und Sprachförderung in den Mittelpunkt stellen z.B. im Kontakt mit den örtlichen Bibliotheken. Am 15. April findet eine Zertifizierungs-Feier für die abgeschlossene Sprachberatung im städtischen Kindergarten in Krumbach statt. Erwähnt sei auch das Projekt „Lesefreunde", auf das mittlerweile viele Einrichtungen im Landkreis nicht mehr verzichten wollen. Die Sprachberaterin Susanne Wittenberg vom Landratsamt Günzburg wird bei der Abschlussveranstaltung des „Literacy Monat 2010" am 23. April 2010 in Würzburg neben einer weiteren Fachkraft aus Bayern auf dem Podium vertreten sein.
Gemeinsam Bilderbücher anschauen, Fingerspiele im Stuhlkreis, Silbenhüpfen in der Turnhalle - die Kinder hören genau zu, singen und erzählen. Die Förderung von Sprache und Ausdrucksfähigkeit war schon immer ein wichtiges Anliegen bei der pädagogischen Arbeit in Kindertageseinrichtungen. Eine umfassende Sprachkompetenz ist eines der wichtigsten Bildungsziele der Kindertageseinrichtungen. Sprache ist ein Schlüssel für das Gelingen einer umfassenden Persönlichkeitsentwicklung und die Basis für alle Bildungsprozesse. Daher spielt die Vermittlung von Sprache und allgemeiner Lesekompetenz in Kindertagestätten im Landkreis Günzburg eine große Rolle.
Das Förderprojekt „Sprachberatung in Kindertageseinrichtungen" des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen unterstützt von 2008 bis 2011 Erzieherinnen und Erzieher in ihrer Arbeit. Grundlage für die Förderung des Freistaats ist die Sprachförderrichtlinie aus dem Jahr 2008, die Teil des Bayerischen Bildungsplans ist. Für die Umsetzung des Projekts wurden insgesamt 200 erfahrene Pädagoginnen und Pädagogen zu Sprachberatern ausgebildet. Zwei von ihnen sind die Diplom Sozialpädagoginnen Susanne Wittenberg und Maria Bader, die für den Landkreis Günzburg tätig sind.
Seit Dezember 2008 können nun Kindertageseinrichtungen vor Ort auf freiwilliger Basis auf die Fachkompetenz von Susanne Wittenberg zurückgreifen. Seit Januar 2010 wird sie durch Maria Bader verstärkt.
Im Juli 2009 begann Susanne Wittenberg ihre Tätigkeit in der Kindertageseinrichtung „Storchennest" in Ichenhausen. 115 Stunden, verteilt auf 12 bis 18 Monate, sind für die Zusammenarbeit vorgesehen. „Ich arbeite aber nicht direkt mit den Kindern, sondern mit den pädagogischen Fachkräften", erklärt Susanne Wittenberg.
Bei der Multiplikatoren-Schulung werden den Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen theoretische Kenntnisse über Spracherwerb und Sprachentwicklung vermittelt, die Diagnosefähigkeit wird geschult, die Reflexion der täglichen Arbeit unterstützt und das Personal erhält Hinweise für den Umgang mit Medien. Im Team werden gemeinsam Ideen erarbeitet, um möglichst viele Sprechmöglichkeiten und Sprachanreize für Kinder zu schaffen. Dies sind zum Beispiel Gesprächskreise und Kinderkonferenzen oder einfaches Nacherzählen von Märchen. Zurzeit betreut Sprachberaterin Susanne Wittenberg acht Kindertagesstätten, Maria Bader zwei weitere. Für jede Einrichtung wird ein individuelles Sprachförderkonzept erstellt, das auch nach Ende der Sprachberatung selbstständig weitergeführt werden soll.
„Sprache ist der Kernpunkt des alltäglichen Lebens. Für die Entstehung einer Gemeinschaft ist Sprache von großer Bedeutung. Die Sprache begleitet die gesamte erzieherische Arbeit, sei es durch Bilderbuchbetrachtung, kreatives Arbeiten, Rollenspiele, individuelle Förderung usw.. Auch bei den „Kleinsten" in einer Krippengruppe ist es besonders wichtig, dass das tägliche Handeln verbal begleitet wird. Sprache ist nicht als einzelnes Element unserer pädagogischen Arbeit zu sehen, sondern ist die Basis von ganzheitlichen Lernen", sagt Elvira Mader, Leiterin des städtischen Kindergartens Storchennest in Ichenhausen.

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