IHK Schwaben warnt vor Scheckbetrügern - Aufmerksame Mitarbeiter verhindern 40 000 Euro Schaden

Die starke Position der deutschen Wirtschaft im Außenhandel hat sich als wichtiges Instrument auf dem Weg aus der Krise bewährt. Doch nicht nur seriöse Unternehmer agieren zunehmend global. Auch internationale Betrügerbanden machen sich die weltweite Vernetzung des Geschäftsverkehrs zunutze. So hätte ein Memminger Unternehmen kürzlich beinahe mehr als 40 000 Euro bei einem versuchten Scheckbetrug verloren. Das Vorgehen der Verbrecher entsprach dabei einer aktuell sehr beliebten Betrugsform. Der angebliche „Kunde" richtet eine Anfrage an die Firma, auf deren Produkte er über das Internet aufmerksam geworden sei. Es kommt zu einem Auftrag, der per Scheck bezahlt wird, in diesem Fall direkt an das Kreditinstitut des Auftragnehmers. Dort wird die Buchung vorgenommen. Problematisch dabei ist, dass der gezahlte Betrag weit über dem vereinbarten Kaufpreis liegt. Als die Firma den „Kunden", in diesem Fall aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, auf den Fehler aufmerksam macht, bittet der um Rücküberweisung des Überbetrags. Den Mitarbeitern der betroffenen Firma kam der Vorgang zu diesem Zeitpunkt allerdings bereits spanisch vor, so dass sie sowohl die Ware, als auch die Rücküberweisung des Differenzbetrages zurück hielten. Schließlich kam die Nachricht des Kreditinstituts, dass der Scheck geplatzt sei.
Diese Masche, für die die so genannte „Nigeria-Connection" berüchtigt ist, ist bei Weitem kein Einzelfall. Nach Informationen des Bundeskriminalamts werden täglich Tausende solcher Schecks verschickt. Auch in Schwaben hat es bereits in der Vergangenheit ähnliche Betrugsfälle gegeben, weiß Anis Azouz, Leiter des Mittelmeer-Projektbüros in Lindau. Auch Unternehmen aus Leipheim, Illertissen, Öttingen und Mering bekamen überhöht ausgestellte Schecks von „Geschäftspartnern" aus Uganda, der Elfenbeinküste, Nigeria und Ghana. Die ausgestellten Schecks stammten von Banken aus Kalifornien, Irland und Spanien. Die Summen variierten zwischen 4000 und 52 000 US Dollar und lagen damit auch in diesen Fällen deutlich über dem vereinbarten Kaufpreis. „In solchen Situationen ist es wichtig, dass Unternehmen auf keinen Fall persönliche oder geschäftliche Daten weitergeben oder Überbeträge zurücküberweisen", warnt Anis Azouz. Die Betrüger operieren nicht nur aus Afrika, sondern auch aus den USA und Europa. Besonders gefährlich ist, dass sie nicht davor zurückschrecken, Namen und Logos tatsächlich existierender Firmen und Banken zu missbrauchen.
Das Mittelmeerbüro-Projektbüro der IHK Schwaben in Lindau hat die Unternehmen in der Region bereits in der Vergangenheit aktiv vor solchen verbrecherischen Aktivitäten gewarnt und konnte so dazu beitragen, Firmen vor Schaden zu bewahren. Kurt Geyer, Rechtsexperte der IHK Schwaben rät Unternehmen zu besonderer Vorsicht im Umgang mit Schecks. Man müsse sich stets bewusst sein, dass die Hausbank einen Scheck lediglich „Eingang vorbehalten" auf das Konto gutschreibt. Bleibt der Eingang aus, wird auch die Gutschrift storniert. Mittlerweile getätigte Überweisungen können kaum rückgängig gemacht werden. Das Geld ist weg. An die Hintermänner im Ausland zu kommen gestaltet sich oft schwierig. Betroffene Unternehmer sollten Verdachtsfälle dem Bundeskriminalamt melden Für weitere Auskünfte steht das Mittelmeer-Projektbüro in Lindau jederzeit zur Verfügung.

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