Mittelalterliche Gaukeley auf Schloss Burtenbach

Ritter, Bauern, Magier, Edelleute, brachiale Musik und sanfte Harfenklänge - den Besucher der Mittelalterlichen Gaukeley auf Schloss Burtenbach vom 07. bis 09. Mai wurde wahrlich einiges geboten.
Die Mitglieder des Vereins „Im Zauber des Mittelalters" und der historischen Tanzgruppe Farandole aus Krumbach haben nach 2007 wieder eine unterhaltsame Veranstaltung in den Schlosshof gezaubert. Vor allem der Samstagnachmittag und der familienorientierte Sonntag brachte dank trockenem Wetter Besucher nicht nur aus Burtenbach in die mittelalterliche Kulisse.
Leutselig präsentierte da der Gerber feinste Schaffelle, redselig erklärte der Ritter, dass er nur mit Hilfe eines Knappen (seiner Tochter) den Harnisch anlegen könne, und leicht met-selig war der Familienvater erstaunt über die verschiedenen Lager. Aber so ein Hobby ginge bei ihm nicht, wegen der Kinder. Warum eigentlich nicht? Es wurden einige Gruppen auf Markt und Lager gesehen, deren Mitglieder drei Generationen umfasste. Natürlich alle in mittelalterlicher Gewandung, dem Jahrhundert und dem Stand entsprechend.
So auch die Schotten, die mit „Pipes and Drums" durch den Markt zogen, die Mittelalter-Band Trollfaust in trendig-knappen Leder-Outfits oder Arno von der Biegenburg, der für die eher zarteren Harfenklänge zuständig war.
Die Gastronomen hatten alle Hände voll zu tun, Met, Kirschbier, Ritterspieße und Dinnete an die Besucher auszugeben. Auch die niedliche Igelfamilie - ganz aus Stroh und Ästchen gebaut - fand auf dem Handwerkermarkt ihren Zuspruch, ebenso wie die „Rüstkammer" für Kinder, wo sich Bub und Mädel mit Hilfe Papas Geldbeutel ganz schnell zum Ritter und Burgfräulein ausstatten konnten. Nein, langweilig wurde es auf der Historischen Gaukeley keinem, zumal Farandole mehrfach historische Tänze aufführten und nach Einbruch der Nacht sogar der orientalische Tanz bei Fackelschein geboten wurde.
Genau das aber ist es wohl, was den modernen Menschen der heutigen Zeit fasziniert: Mittelalterliche Marktstände, Lagerfeuer, an denen gekocht wird, der Magier, der im flackernden Licht seiner Kerze die Zukunft aus den Karten liest, oder die Hühnchen, die vor aller Augen ausgenommen, gerupft und gebraten werden. Wenn man sich die Mühe machte, einmal mit den Akteuren zu reden, fand man schnell heraus, dass vom Arzt bis zum Zivi die unterschiedlichsten Berufe zu finden waren. Und dass man an einem solchen Wochenende auch mal ohne den für moderne Menschen so ungeheuer wichtigen Luxus auskommen kann.
Fazit: Ein gelungenes Fest, mit dem auch die Baronin, die Herrin von Schloss Burtenbach, zufrieden sein konnte.

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