update vom 29.7. - Loveparade Duisburg mit 21 Toten: Pressekonferenz des Innenministers / Veranstalter hat EIGENES Sicherheitskonzept nicht eingehalten!! - Hilfsfond über eine Million Euro eingerichtet

Heute Mittag fand eine erste Pressekonferenz unter der Leitung des nordrhein-westfälischen Innenministers Ralf Jäger statt. Anwesend war auch der nordrhein-westfälische Polizeiinspekteur Dieter Wehe. Es ging hierbei lediglich um ein evtl. Fehlverhalten der Polizei. Ralf Jäger betonte ausdrücklich, dass die Polizei lediglich für den öffentlichen Teil, d. h. Zu- und Abfahrtswege zuständig sei. Alles was innerhalb eines Veranstaltungsgeländes passiert liegt grundsätzlich im Verantwortungsbereich des Veranstalters.
Es gibt demnach drei Aufgabenbereiche, den des Veranstalters, den der Stadt-verwaltung und den der Polizei. Die Polizei muss sicherstellen, dass Besucher möglichst reibungslos und sicher über öffentliche Straßen und Wege zu einer Veranstaltung gelangen können. Das gilt für Veranstaltungen aller Art. Im Laufe der Veranstaltung rief der Veranstalter die Polizei zu Hilfe, weil das Geschehen außer Kontrolle geriet.
Dazu nun Dieter Wehe, der sichtlich mit den Tränen kämpfen musste: Der Ver-anstalter hatte 1.000 Ordner angekündigt, im Bereich der Karl-Lehr-Straße (dort befindet sich der Tunnel) . Die Duisburger Polizei hat im Vorfeld der Veranstaltung Sicherheitsbedenken für den nicht zu ihrem Verantwortungsbereich befindlichen Tunnel und Rampenbereich vorgetragen. Diese wurden sowohl an den Veranstalter und auch der Stadt Duisburg übergeben. Entsprechende Änderungen wurden zugesagt. Der Polizei wurde, wie bereits berichtet, erst am Samstag - und nur auf Nachfrage - die Genehmigung ausgehändigt. Trotz Nachfrage am Freitag, also am Tag vor der Veranstaltung wurde eine Genehmigung nicht ausgehändigt.
Die Genehmigung erstreckte sich auf eine Besucherzahl von maximal 250.000 Personen. Vermerkt war in der Genehmigung, dass die gesetzlich vorgeschriebene Breite und Länge der Rettungswege unterschritten werden können.
Dem Bericht von Dieter Wehe war zu entnehmen, dass es schon zu Veranstal-tungsbeginn zu ersten „Problemen" kam. So sollte um 10 h, spätestens jedoch um 11 h das Festivalgelände geöffnet werden. Tatsächlich wurde der Zugang erst um 12:04 h ermöglicht, da vorher noch Planierarbeiten im Gange waren. Grund für eine frühzeitige Öffnung sollte sein, dass längere Staus vor dem Eingang vermieden werden sollten.
Nachdem es dem Veranstalter nicht gelang, die Bescher auf dem Festivalgelänge zu verteilen wurde um 15:30 h die Polizei um Unterstützung gebeten. Es bestand, so Dieter Wehe eine klare Absprache Sperrmaßnahmen zur Unterstützung der Ordner im Bereich der Rampe und zeitgleich Schließung der Eingangsschleusen durch den Veranstalter um dadurch weiteren Zulauf zur Rampe zu unterbrechen. Zusätzlich wollte der Veranstalter mit so genannten Pushern den Stau am oberen Rand der Rampe auflösen. Der Veranstalter hat die Ordner um 15:46 aufgefordert die Tunnel zu sperren. Dies wurde jedoch nicht umgesetzt, warum ist unbekannt.
Von den Ordnern wurde ein Zaunelement für die Durchfahrt eines Rettungswagen geöffnet und nicht wieder verschlossen- ganz im Gegenteil: Es wurde ein weiteres geöffnet wodurch sich der Zustrom zum Tunnel weiter erhöht hat. Erst nach einem Hinweis durch die Polizei wurden um 16:40 h die Absperrungen wieder eingefügt.
Nach Abstimmung und mit Zustimmung der Ordner wurde eine Polizeikette ge-bildet, die jedoch aufgrund des immer stärker werdenden Zulaufs aufgegeben werden musste. Zudem gelang es dem Veranstalter nicht, wie angekündigt, den Zulauf an der oberen Rampe aufzulösen. Dadurch kamen auch die Zuschauer, die das Veranstaltungsgelände wieder verlassen wollte.
Um 15:45 h hatte die Polizei darauf hingewirkt, dass zur Entlastung der Tunnel die zweite Rampe, die für später als Ausgang vorgesehen war, für anreisende Teilnehmer geöffnet wird. Dafür waren 150 Ordner zugesagt war. Ob diese auch vor Ort waren ist nicht bekannt. Fakt ist jedoch, dass die vorhandenen keinesfalls ausreichten.
Bereits um 17:02 h wurden der Polizei erste Opfer gemeldet. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden die Besucher im Bereich von Tunnel und Rampe mehr und mehr zusammengedrängt. Besucher hatten bereits begonnen, über Lichtmasten und Container zum oberen Veranstaltungsgelände zu gelangen. An der westlichen Rampe wurde im Bereich einer Treppe ein Absperrzaun umgerissen. In diese Richtung bewegten sich nun die Massen, um der Enge zu entkommen. Doch dadurch erhöhte sich der Druck nochmals erheblich. Dort wurden am Boden liegende Zaunelemente zu Stolperfallen. Dort kam es auch zu den 14 Todesfällen.
Resümee: Dadurch, dass der Veranstalter sein eigenes Sicherheitskonzept nicht eingehalten hat, kam es zu dem tragischen Unglück.

update vom 29. Juli 2010: Inzwischen wurde mitgeteilt, dass der Veranstalter und eine Versicherung einen Hilfsfond mit einem Betrag von einer Million Euro eingerichtet hat. Betroffene, insbesondere ist an die Hinterbliebenen der Verstorbenen gedacht, möchten sich schriftlich melden.

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Erstmeldung - update 26.7.: Inzwischen 20 Tote bei Massenpanik auf Duisburger Loveparade - 511 Verletzte / Fiel Sicherheitskonzept von Polizei und Feuerwehr Sparzwängen zum Opfer? Stadtverwaltung war durch eigene Feuerwehr gewarnt! Betreuungsangebot für Traumatisierte

 

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