Landkreis Oberallgäu: Allgäuer wegen Geldwäsche angezeigt - Frau tappt in "Phishing-Falle"

Wegen Verdachts der Geldwäsche ermittelt die Kripo Kempten momentan gegen einen 56-Jähringen aus dem Landkreis Oberallgäu. Der Mann ließ sich als so genannter "Finanzagent" anwerben.
Diese werden bei "Phishing-Betrügereien" immer häufiger als eine Art Zwischenstation bei der Geldtransaktion "eingebaut". Die Betrüger machen sich solche Personen zunutze, um das ergaunerte Geld zunächst auf das Konto der Privatperson zu überweisen. Nach Abzug eines Eigenanteils leiten die "Finanzagenten" die Gelder weiter, meist über spezielle Geldtransferservices wie "Western Union" oder "MoneyGram". Die "Phisher" können letztendlich die so überwiesenen Gelder überall auf der Welt in Empfang nehmen und bleiben hier in der Regel anonym.
Was die "Finanzagenten" anbelangt, werden diese immer geschickter angeworben. Die entsprechenden Zeitungsinserate oder die professionell gestalteten E-Mails erscheinen seriös, nicht immer ist sofort eine betrügerische Absicht dahinter zu vermuten. In den Anzeigen werden Anstellungen z.B. als "Buchhalter" oder "Finanzagent" angeboten, bei denen man in "Heimarbeit" mit wenig Aufwand viel Geld verdienen kann. Wer sein Privatkonto für derartige Finanztransaktionen zur Verfügung stellt, macht sich aber - wie im Falle des 56-Jährigen - selbst strafbar. Auch zivilrechtliche Ansprüche können die Folge sein, wenn z.B. eine Bank das Geld von "Phishing-Überweisungen" von der Mittelsperson zurückfordert.
In die "Phishing-Falle" getappt war davor eine 61-jährige Frau aus Essen. Anlässlich des Onlinebankings erhielt die Frau über einen Link die Aufforderung, aufgrund eines "Sicherheitschecks" 25 TANs einzugeben - was diese auch tat. Als die Frau eine weitere Aufforderung erhielt, nochmals 25 TANs einzugeben, schöpfte sie noch immer keinen Verdacht und tat, wie ihr geheißen. Die bislang unbekannten Tätern versuchten mit den so erlangten 50 TANs, insgesamt 10.000 Euro über den Oberallgäuer "Finanzagenten" weiterzutransferieren. Nur der Bank des 56-Jährigen ist es zu verdanken, dass die Gelder gestoppt und der 61-Jährigen aus Essen zurückgebucht werden konnten. Angestellte der Bank schöpften noch rechtzeitig Verdacht.

Um sich nicht selbst zum Werkzeug der "Phishing-Betrüger" zu machen, sind folgende Hinweise zu beachten:

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  • Wenn Ihnen ein lukrativer Job per unverlangt erhaltener E-Mail angeboten wird, bei dem Sie unüblich viel Geld verdienen können ohne eine entsprechende Leistung zu erbringen, ist davon auszugehen, dass das Angebot unseriös ist. Antworten Sie nicht auf solche dubiosen E-Mail-Angebote und stellen Sie keinen Kontakt zum Absender her.
  • Lehnen Sie Angebote immer ab, bei denen Sie Ihr Konto zur Abwicklung von Zahlungen zur Verfügung stellen sollen. Lassen Sie sich nicht von verlockenden Provisionsangeboten blenden.
  • Prüfen Sie Ihre Kontoumsätze auf unerwartete Gutschriften, die Sie wieder zurück überweisen sollen. Nehmen Sie Kontakt zu Ihrer Bank oder zur Polizei auf. Rückbuchungen sollten nur auf das Ursprungskonto erfolgen.

Weitere Präventionshinweise erhalten sie auf der Seite www.polizei-beratung.de

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