Kempten: Jugendgruppe verunglückt auf der Iller - Urlauber rettet Verunglückte mit Bettlaken

Heute gegen 12:15 Uhr kenterten zwei Boote einer Jugendgruppe an einem Wehr auf der Iller, nahe dem Polizeipräsidium.
Die Jugendgruppe aus Rot in Baden-Württemberg, mit insgesamt 14 Jugendlichen, im Alter zwischen vierzehn und achtzehn Jahren, und zwei erwachsenen Betreuern, wollte mit sechs aufblasbaren Kajaks eine Tour auf der Iller unternehmen. In Höhe der Adenauerbrücke wurden die Boote in das ca. 1,50 m tiefe und 11 Grad kalte Wasser gelassen. Alle Bootsinsassen waren mit Schwimmwesten ausgestattet.
Das Wehr in Höhe des Polizeipräsidiums kannten die Betreuer von einem Ausflug aus dem Vorjahr. Sie stuften es daher als ungefährlich ein. Den ersten vier Booten gelang es ohne Schwierigkeiten das Wehr in der Nähe des Ufers zu passieren. Das fünfte Boot kenterte in der Wasserwalze, wobei zwei Bootsinsassen in den Strudel gerieten. Das sechste Boot konnte nicht mehr ausweichen und kollidierte mit dem gekenterten Boot.
Durch die Wucht des Aufpralls wurden drei Insassen dieses Bootes zu den bereits gekenterten Jugendlichen ins Wasser geschleudert. Trotz angelegter Schwimmwesten war es den Verunglückten nicht möglich, sich aus eigener Kraft aus der Wasserwalze zu befreien.
Ein engagierter Spaziergänger konnte die Bootsfahrer mit Hilfe eines langen Bettlakens, welches ihm von Bewohnern einer angrenzenden Kleingartenanlage gereicht wurde, aus dem Wasser an Land zu ziehen. Drei der Verunglückten wurden mit Verdacht auf Unterkühlung zur Beobachtung ins Krankenhaus eingeliefert. Die anderen beteiligten Personen blieben unverletzt, standen laut den Einsatzkräften aber leicht unter Schock.
Eines der gekenterten Boote wurde abgetrieben und konnte bislang nicht geborgen werden. Im Einsatz befand sich die Wasserwacht, die Feuerwehr, der Rettungsdienst und mehrere Streifen der Kemptener Polizei. Außerdem wurde ein Rettungshubschrauber alarmiert.
Bei dem hilfsbereiten Spaziergänger handelt es sich um einen Urlauber, der zufällig in dem Bereich unterwegs war. Laut dem Kemptener Dienststellenleiter, Polizeioberrat Michael Keck, konnte durch das schnelle Eingreifen der Ersthelfer schlimmeres verhindert werden.

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