Repperndorf: 17jähriger Geisterfahrer erschlug Eltern - Täter war Sympathisant der rechtsradikalen Szene


Inzwischen wurden der 17jährige Geisterfahrer und auch seine Eltern obduziert. Es steht fest, dass der junge Mann seine Eltern mit einem Beil erschlagen hat.
Mittlerweile hat sich bei den Ermittlungen die Vermutung der Polizei bestätigt, dass der Sohn der Getöteten Interesse für rechtes Gedankengut bekundet hat. Die Beamten haben inzwischen auch damit begonnen, persönliche Gegenstände des 17-Jährigen zu begutachten, um so neue Hinweise über ein Persönlichkeitsbild zu bekommen.
Nach dem Geisterfahrerunfall auf der A7 in der Nacht zum Dienstag, bei dem der 17-Jährige getötet wurde, und dem Auffinden der getöteten Eltern in den Morgenstunden liefen am Dienstag sehr intensive Ermittlungen der Kriminalpolizei Würzburg und der Staatsanwaltschaft Würzburg an.
Bei ihrer Tatortarbeit schauten sich die Kriminalbeamten natürlich sehr genau in dem Wohnhaus in Repperndorf und auch in der angrenzenden Scheune um. Dabei fanden sie in den Räumen, die der 17-Jährige bewohnte, sehr deutliche Hinweise dafür, dass der Jugendliche offenbar reges Interesse für rechtes Gedankengut gezeigt hat. An mehreren Stellen waren Hakenkreuze an den Wänden aufgesprüht und auch eine Reichskriegsflagge aufgehängt. Außerdem stellten Kripobeamte im Schlafzimmer ein Beil als mutmaßliches Tatwerkzeug sicher.
Die Beamten stellten außerdem persönliche Gegenstände sicher, die jetzt alle untersucht und ausgewertet werden. Hier geht es darum, dass die Ermittlungsbehörden neue Hinweise über ein Persönlichkeitsbild des 17-Jährigen erlangen.
Der Jugendliche war der Kitzinger Polizei bereits bekannt. So wurde gegen ihn u.a. wegen Sachbeschädigungen an Autos im Oktober 2009 ermittelt. Auch im Zusammenhang mit Streitigkeiten innerhalb der Familie war es letztmals im Januar 2010 zu Polizeieinsätzen gekommen.
Bereits im November 2007 hatte der damals 14-Jährige Mitschüler gebeten, ihm ein Messer zu besorgen. Die Schulleitung, die die ausgesprochenen Bedrohungen ernst nahm, hatte damals die Polizei verständigt, die den Schüler in der Schule abholte. Seinerzeit wurde dem 14-Jährigen und seinen Eltern durch das Jugendamt professionelle Hilfe zuteil.
In dem Audi 100, mit dem der Jugendliche ab der Stadtmitte Kitzingen vor der Polizei geflüchtet war und mit dem er letztendlich zum Geisterfahrer wurde, entdeckten Polizeibeamte unter anderem ein Beil, ein Messer und Schraubenzieher. Die Vermutung, dass sich darunter auch das Tatwerkzeug befindet, hat sich nicht bestätigt.