
Sicherheit beim Faschingsumzug schützt Brauchtum
Am vergangenen Wochenende waren erneut einige Faschingswagen im Landkreis Günzburg mit Plakaten zu sehen, auf denen dem Landratsamt und der Polizei vorgeworfen wurde, mit den Auflagen für die Faschingsumzüge das Brauchtum „töten" zu wollen. Diese Unterstellung muss das Landratsamt Günzburg jedoch mit Entschiedenheit zurückweisen. Die Auflagen bei den Faschingsumzügen und -veranstaltungen sind keine Schikane oder Willkür, sondern sie sollen die Sicherheit von Teilnehmern und Besuchern erhöhen. Damit soll auch eine Basis zum Fortbestand des traditionellen schwäbischen Faschingstreibens geschaffen werden.
Aus diesem aktuellen Anlass bestätigt das Landratsamt, dass es in dieser Saison nochmals strengere Auflagen bei Faschingsumzügen gibt. Nach dem Faschingswagen-TÜV und dem Branntweinverbot, die schon in den Vorjahren eingeführt wurden und die sich bewährt haben, wurde in diesem Jahr einige zusätzliche Regelungen getroffen. So ist es nicht mehr zulässig, die Lautsprecher an den Faschingswagen auch noch im Anschluss an den Umzug für eine weitere Stunde zu betreiben. Speziell diese Einschränkung ist nun bei den Wagenbauern offenbar auf großes Unverständnis gestoßen. Dabei mussten die Änderungen bekannt sein, denn das Landratsamt hat jeden Schritt offen mit den Betroffenen diskutiert und erst dann entschieden wird. Vor der Saison gab es regelmäßig Anfragen der Wagenbauer über die neuen Regelungen, aber keine Beschwerden.
Der Einsatz von Lautsprechern auf den Faschingswagen ist über die Jahre hinweg ein Dauerthema. Bis zum letzten Jahr wurde in Absprache mit den Wagenbauern genehmigt, die Lautsprecheranlagen eine Stunde vor und bis zu eine Stunde nach dem Umzug einzusetzen. Die
Stunde nach dem Umzug wurde in diesem Jahr gestrichen, weil es gerade in dieser Zeit regelmäßig zu Problemen kommt: Nach dem Umzug werden die Musikanlagen regelmäßig nochmals vollständig aufgedreht. Es wird offensichtlich getestet, wer die lauteste Anlage hat. Im Umfeld der abgestellten Wagen wird ausgelassen gefeiert, es kommt regelmäßig zu Schlägereien, Pöbeleien und sonstigen Ausschreitungen. Aufgrund der Lautstärke gibt es für die Rettungskräfte keine Möglichkeit, sich zu verständigen. Ein Durchkommen mit Polizei- und Rettungsfahrzeugen ist sehr erschwert. Dazu kommen noch Beschwerden von Anliegern wegen „klirrender Gläser in den Schränken".
Die „Stunde danach" hat regelmäßig derart negative Auswirkungen gezeigt, als dass der Einsatz von Lautsprechern auch nach dem Umzug weiterhin hätte genehmigt werden können.
Die veranstaltenden Faschingsvereine und Gemeinden haben die Gründe der Polizei und des Landratsamtes sehr wohl auch gesehen und sie haben deshalb die neue Regelung akzeptiert und unterstützt. Denn auch für sie ist es kein gutes Image, wenn ihre Veranstaltung wegen eines erforderlichen Eingreifens der Polizei negative Schlagzeilen bekommt.
Abschließend weist das Landratsamt noch darauf hin, dass auch in den benachbarten Landkreisen der Einsatz von Lautsprechern bei Faschingsumzügen beschränkt wird. Vielleicht sind die Gründe für die Neuregelung nur sehr schwer einzusehen, aber der Fasching soll nicht nur für die Wagenbauer, sondern vor allem auch für die Familien mit Kindern und ältere Menschen attraktiv bleiben.
Im übrigen besteht bei den zentralen Faschingsveranstaltungen nach dem Umzug ausreichend Möglichkeit mit Musik zu feiern. Auch bei den derzeitigen Regelungen ist es für die Rettungs- und Einsatzkräfte noch schwierig genug, die Sicherheit bei den Faschingsumzügen zu gewährleisten. (©: www.pixelio.de)
-
von Gast zum Beitrag: Zucker für die Kleinsten: Wie Hipp mit seinen Instant-Tees Eltern verschaukelt - E-Mail-Aktion von foodwatch: Hersteller soll Produkte aus dem Sortiment nehmen
“Our kids are already sweet enough, they don’t need more sugar”, schrieb Prof. Walter Willett, Vorsi ... » mehr -
von maddino zum Beitrag: Senioren verschenken Geld an Deutsche Telekom – Häufigster Grund: Bequemlichkeit und Nichtwissen
Da ist eine pauschale Empfehlung schwer. "Aus einem Vertrag" kommt man übrigens recht einfach raus - ... » mehr -
von Gast zum Beitrag: Senioren verschenken Geld an Deutsche Telekom – Häufigster Grund: Bequemlichkeit und Nichtwissen
und zu welchem anbieter könnten sie die kunden weiter empfehlen das wäre ein hilfreicher punkt weil ... » mehr -
von Bernhard Rais zum Beitrag: Frankreichurlauber aufgepasst: Alkoholtester in Frankreich - Ab Juli muss das Röhrchen mit / ADAC: Schnelltester können Kontrollen nicht ersetzen
damit keine Missverständnisse entstehen: Bei dieser Meldung handelt es sich nicht um einen Aprilsche ... » mehr

Krach oder Musik?
Hallo,
ich war heute auf dem Faschingsumzug in Gablingen und hatte den kleinen Sohn meiner Freundin dabei (3 Jahre) leider war es so laut, dass ich es nicht verantworten konnte ein kleines Kind diesem unerträglichen Lärm auszusetzen! Wir gingen nach ungefähr 5 Minuten zum Spielplatz - Schade, denn wir hatten uns toll maskiert und ich dachte, dass es für den kleinen ein schönes Erlebnis wird! Mit Brauchtum hat dieser Krach nun wirklich gar nichts zu tun!
Brauchtumspflege sieht anders aus
Musik gehörte auch vor 25 Jahren zum Faschingsumzug, damals noch als Blaskapelle und nur gelegentlich vom Band. Aber auf alle Fälle nicht mit 5000 Watt. Das musst du zugegeben. Heutzutage ist das einfach nur unerträglich, nur Musik aus der Konserve. Dass DAS Brauchtumspflege ist, das bezweifle ich ganz stark. Man könnte es auch als "Krach" bezeichnen. ;)
Musike
Musik gehört zum Leben, ganz klar. Aber sie muss ja nicht so laut sein, dass man einen Hörschaden bekommt. Ein Umzug ohne Musik wäre ja todlangweilig. Aber sie muss ja keine Tote aufwecken. Grüßle
Musik gehört aber zu jedem
Musik gehört aber zu jedem Umzug . Und das schon zeit Jahren . Aber bei uns im Landkreis gibt es zuviel Faschingsmuffel .
unerträgliche Lärmbelästigung
Ich muss dem Landratsamt leider recht geben. Ich gehe sehr gerne auf Faschingsumzüge und bin auch am Sonntag in Großkötz. Ich bin also dem Brauchtum sehr aufgeschlossen. Wenn aber vor oder nach dem Faschingsumzug man nochmals extra die Anlage aufdrehen muss nur um zu zeigen, wer man ist, dann hat das nichts mit Brauchtum zu tun, sondern einfach nur mit Rücksichtslosigkeit. Vielleicht sollte die Besatzung so mancher Faschingswagen darüber nachdenken, dass diesen Krach nicht jeder mag. Mir ist oft auch schon beim Umzug die Musik entschieden zu laut. Für Kinder ist der Lärm überhaupt nichts. Beobachtet doch einfach mal die Kinder beim Umzug. Die halten sich oft die Ohren zu. Also Rücksicht wäre super, danke.
Schreiben Sie einen Kommentar