Denkmalpreis 2010 des Bezirks Schwaben würdigt vorbildliche Sanierung schwäbischer Baujuwele

Der Denkmalpreis des Bezirks Schwaben würdigt seit 2002 jährlich die denkmalpflegerisch vorbildliche, innovative und kreative Sanierung von Baujuwelen in Schwaben. Der mit 10 000 Euro dotierte Denkmalpreis 2010, zwei Sonder- und ein Anerkennungspreis werden am Mittwoch, 18. Mai, um 17 Uhr im Rokokosaal der Regierung von Schwaben in Augsburg verliehen. "Die Denkmale wurden von ihren Bauherren unter oft jahrelanger Eigenleistung, mit hohem finanziellen Einsatz und bemerkenswerter Sensibilität für denkmalpflegerische Belange saniert und einer neuen Nutzung zugeführt", würdigt Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert.
Mit dem Denkmalpreis 2010 wird die Sanierung und Umnutzung des Reiberhofs in Bernbach 5/Aichen (Landkreis Günzburg) ausgezeichnet. Der mächtige Hof mit Gastwirtschaft stand seit 1993 leer und war insgesamt in einem desolaten Zustand. Die Eigentümerfamilie Huber entwickelte ein innovatives Nutzungskonzept als Tagungs-, Freizeit- und Bildungsstätte, das vor allem Musikkapellen für Probenwochenenden zur Verfügung stehen sollte. Die alten Bauteile wurden dabei sorgfältig erhalten. Innerhalb kurzer Zeit hat sich die Resonanz auf den Hof positiv entwickelt, besonders bei Hochzeits- und Geburtstagsfeiern erfreut sich das idyllisch gelegene Gehöft großer Beliebtheit. "Die Finanzierung war ein mutiger Kraftakt", so Bezirksheimatpfleger Dr. Peter Fassl. "Die Familie hat ein bedeutendes Denkmal gerettet und ihm eine neue Zukunft gegeben.
Einer der beiden mit 5 000 Euro angesetzten Sonderpreise geht an Hermann Hagspiel für die denkmalpflegerische Sanierung des Fachwerkhauses Milchgasse 4 in Kempten. Die Abbruchgenehmigung für das um 1730 als Herberge erbaute Gebäude war bereits erteilt, als es im Jahr 2006 in die Denkmalliste aufgenommen wurde, und somit die Gefahr eines Abbruchs und Neubebauung gebannt war. Durch die Sanierung von 2006 bis 2008 wurde das stadtbildprägende Erscheinungsbild wiederhergestellt, heute beherbergt das Haus mehrere Wohnungen.
Den zweiten Sonderpreis erhalten die Stadt Donauwörth und die Firma Xaver Abenstein gemeinsam für die denkmalpflegerische Sanierung des ehemaligen Hotels Krebs in Donauwörth (Landkreis Donauwörth) aus der Zeit um 1780 und 1838. In einer beispielhaften Kooperation von Kommune und privatem Investor wurde die Sanierung von 2007 bis 2009 durchgeführt und die Innenräume an eine neue Nutzung als Fachärztezentrum angepasst.
Auch ein Anerkennungspreis in Höhe von 2 500 Euro wird heuer vergeben: Er geht an die Katholische Kirchenstiftung St. Agatha in Altusried-Kimratshofen für die gelungene Sanierung der Alten Schule in Kimratshofen (Landkreis Oberallgäu). Das Gebäude aus dem 18. Jahrhundert sollte anfangs abgebrochen und ein neues Pfarrheim errichtet werden. In den Jahren 2009 und 2010 wurden allerdings auf Betreiben von Heimatpflegerin Ingrid Müller und Kirchenpflegerin Karin Hagspihl Sanierungsmaßnahmen, verbunden mit einer Umstrukturierung und einem Anbau, durchgeführt. Die Kosten lagen dabei unter den Neubaukosten.
Im Rahmen der Preisverleihung referiert Anton Hohenadl vom Landkreis Ostallgäu über gelungene Denkmalpflege aus der Sicht eines Kreisbaumeisters.

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KemptenMilchgasse_Foto_Hermann_Hagspiel.jpgHotelKrebsDonauwoerth_Foto_Franz_Meitinger.jpgAlteSchuleKimratshofen_Foto_Archiv_Kath.Kirchenstiftung_St.Agatha.JPG

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