
Ulm: Durchsuchung und Gutachtenauftrag wegen Legionellen-Epidemie
In dem wegen der Legionellen-Epidemie zur Jahreswende 2009/2010 in Ulm geführten Ermittlungsverfahren haben Beamte von Staatsanwaltschaft und Polizeidirektion Ulm Anfang Juni dieses Jahres die Geschäftsräume einer Firma durchsucht und zahlreiche Beweismittel sichergestellt.
Bei der betroffenen Firma handelt es sich um eines jener Unternehmen, die an der Errichtung des Blockheizkraftwerks auf dem Areal des Telekom-Gebäudes in der Innenstadt von Ulm beteiligt waren. Die Ermittler gehen davon aus, dass das Kühlsystem dieses Kraftwerks die Quelle der Legionellenemission darstellt, in deren Verlauf unter anderem fünf Menschen gestorben sind. Möglicherweise hat eine zu geringe Konzentration des Biozids, welches eine Verkeimung des Kühlwasserkreislaufs verhindern sollte, das Legionellenwachstum innerhalb der Anlage begünstigt und auf diese Weise zu dem tragischen Geschehen beigetragen. Die Auswertung der bei der Durchsuchung sichergestellten Unterlagen und Datenträger soll insoweit weiteren Aufschluss geben.
Darüber hinaus hat die Staatsanwaltschaft mittlerweile das Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit am Universitätsklinikum in Bonn damit beauftragt, im Rahmen eines Sachverständigengutachtens zu möglichen Sorgfaltspflichtverstößen der am Bau und dem Betrieb des Blockheizkraftwerks beteiligten Firmen und Personen sowie zu den konkreten Auswirkungen solcher Pflichtwidrigkeiten auf den Geschehensablauf Stellung zu nehmen. Wann mit einer Vorlage dieses Gutachtens gerechnet werden kann, ist derzeit nicht absehbar.
Auch die polizeilichen Ermittlungen in dieser Angelegenheit dauern noch an.
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