Großbrand in Würzburger Innenstadt - Löscharbeiten dauern 16 Stunden / Schaden geht in die Millionen


Ein Großbrand in der Würzburger Innenstadt hielt heute fast den ganzen Tag über Feuerwehr, Polizei und Rettungskräfte in Atem. Der Schaden ist noch nicht genau absehbar, geht aber in die Millionen. Gegen 01.30 Uhr, geriet ein Dachstuhl in der Peterpfarrgasse in Brand. Die Flammen haben im Laufe der Nacht auf zwei weitere Dachstühle benachbarter Anwesen übergegriffen. Mittlerweile ist das Feuer jedoch unter Kontrolle.

Im Einsatz waren knapp 100 Mann der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehren aus Stadt und Landkreis Würzburg mit insgesamt 22 Fahrzeugen und vier Drehleitern. Auch zahlreiche Rettungskräfte befinden sich am Brandort in Bereitschaft. Bislang musste eine Frau mit leichten Verletzungen vorsorglich in ein Würzburger Krankenhaus gebracht werden.

Die Kriminalpolizei Würzburg hat bereits die Ermittlungen hinsichtlich der Brandursache aufgenommen.

Nachtragsmeldung der Polizei um 09.45 Uhr:
Das Feuer, das in der Nacht zum Donnerstag vermutlich im Anwesen Peterpfarrgasse 3 ausgebrochen ist, hat sich in der Folge auf zwei weitere Anwesen in der Peterpfarrgasse und dem Zwinger ausgebreitet. Auf einer Länge von gut 100 Metern sind die Dachstühle komplett ausgebrannt. Der Schaden geht in die Millionen.

Die Feuerwehren, die mit einem Großaufgebot angerückt waren und immer noch vor Ort sind, brauchten gut drei Stunden, bis sie das Feuer unter Kontrolle hatten. Um 09.10 Uhr sind die Nachlöscharbeiten in vollem Gange. Noch immer steigt Rauch aus den ausgebrannten Dachstühlen auf. Auch einzelne Glutnester müssen immer wieder gelöscht werden.

Die Bewohner der betroffenen und angrenzenden Anwesen kamen rechtzeitig ins Freie bzw. wurden in Sicherheit gebracht. Nach den bislang vorliegenden Erkenntnissen hat nur eine Frau eine leichte Rauchgasvergiftung erlitten. Bei den Löscharbeiten erlitt außerdem ein Feuerwehrmann leichte Verletzungen. Von herabfallenden Teilen wurden auch geparkte Pkw beschädigt.

Die Brandursache steht noch nicht fest. Beamte des Fachkommissariats der Kripo Würzburg sind vor Ort. Allerdings können die in Brand geratenen Anwesen noch nicht betreten werden.

Am Rande des nächtlichen Einsatzes hat die Würzburger Polizei einen 18-Jährigen vorläufig festgenommen, der ein Fahrzeug des Malteser-Hilfsdienstes entwenden wollte. Dies konnte die Polizei gerade noch verhindern. Der junge Mann aus Würzburg stand unter Alkoholeinfluss. Ein Alcotest ergab einen Wert von 1,2 Promille. Bei dem Beschuldigten wurde eine Blutentnahme durchgeführt. Nach Abschluss der Maßnahmen kam der 18-Jährige wieder auf freien Fuß.

Weitere Nachtragsmeldung 13:00 Uhr

In den von dem Großbrand betroffenen Gebäuden in der Peterpfarrgasse und der Straße „Zwinger" befinden sich folgende Einrichtungen: Der Kindergarten „Heim für Kinder" des Caritasverbands, die Fachakademie für Sozialpädagogik St. Hildegard, in der Erzieher und Kindergärtner ausgebildet werden, ein Frauenwohnheim des Klosters Oberzell sowie die Wohnungen „Konvent Nazareth" für Schwestern des Klosters Oberzell.

Ansonsten sind in den dreistöckigen Gebäuden überwiegend Büro's und Räume für den Lehrbetrieb untergebracht. Eigentümer der Gebäude ist das Bischöfliche Ordinariat Würzburg.

Noch immer sind die Nachlöscharbeiten in vollem Gange. Diese werden nicht vor den Nachmittagstunden beendet sein. So lange bleibt der nähere Bereich um den Brandort in der Würzburger Innenstadt weiterhin gesperrt.

Zur Brandursache gibt es noch immer keine Erkenntnisse. Die Gebäude konnten die Brandfahnder auch um 12.50 Uhr noch nicht betreten.

Dritte Nachtragsmeldung 17.00 Uhr
Die Nachlöscharbeiten der Feuerwehr, die fast den ganzen Tag über angedauert haben, konnten mittlerweile eingestellt werden. Bislang war es für die Ermittler der Kriminalpolizei Würzburg noch immer nicht möglich, den Brandort zu betreten. Die durch das Großfeuer betroffenen Anwesen in der Peterpfarrgasse und der Straße „Zwinger" sind bis auf weiteres unbewohnbar.

Die Beamten der Kriminalpolizei haben im Laufe des Tages zahlreiche Vernehmungen durchgeführt. Allerdings gibt es noch immer keinen Hinweis auf eine mögliche Brandursache. Am morgigen Freitag werden Statiker an den Brandort kommen. Erst danach wird eine Entscheidung fallen, welche Bereiche die Kriminalpolizei für ihre weiteren Ermittlungen betreten kann. Die Brandfahnder gehen davon aus, dass das Feuer im Anwesen Peterpfarrgasse 3 entstanden ist und sich von hier zu einem Großbrand ausbreitete.

Die Würzburger Feuerwehr hat bis zum Einbruch der Dunkelheit neben den noch erforderlichen Nachlöscharbeiten weitere Absicherungsmaßnahmen durchgeführt, wobei vor allem Balken und Ziegel beseitigt werden, die sonst herunterfallen könnten. Diese Arbeiten werden dann am Freitagmorgen fortgeführt. Über die Nacht wird die Feuerwehr eine Brandwache stellen.

Die Polizeiinspektion Würzburg-Ost hat die Zugänge zu den Straßen Peterpfarrgasse und „Zwinger" sowie die Münzstraße/Zugang Zwinger komplett für den Fahrzeug- und Personenverkehr gesperrt. Hierfür wurden Streifenbesatzungen abgestellt, die nur Anwohnern den Zutritt gewähren.

Mittlerweile liegen auch weitere Einzelheiten zu dem versuchten Diebstahl eines Malteser-Rettungsfahrzeuges vor. Demnach hatte sich ein 18-Jähriger gegen 3.50 Uhr auf Höhe der Rotlöwengasse in das Rettungsfahrzeug gesetzt, das während des Großbrandes im Einsatz war. Als der Heranwachsende starten wollten, schaltete er das eingeschaltete Blaulicht und den Motor allerdings versehentlich aus. Als er sah, dass Sanitäter auf das Fahrzeug zuliefen, startete er den Motor erneut und versuchte loszufahren. Allerdings würgte er das Fahrzeug dabei ab, das sich trotzdem einige Meter in Bewegung gesetzt hatte. Ein Zeuge versuchte daraufhin, den 18-Jährigen festzuhalten, was jedoch nicht gelang.

Gegen 06.00 Uhr wurde eine Streifenbesatzung der Würzburger Polizei von einem Sanitäter angesprochen und auf den 18-Jährigen hingewiesen, der zu diesem Zeitpunkt in der Sanderstraße lief. Als der Beschuldigte die Streifenbesatzung erblickte, ergriff er erneut die Flucht über den Sanderring bis zum Treppeneingang in den Ringpark. Noch bevor er in Richtung Exerzierplatz entkommen konnte, nahm ihn die Streifenbesatzung im Jehuda-Amichai-Weg fest. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurde der Schüler wieder auf freien Fuß gesetzt. Gegen ihn wurde wegen versuchten Diebstahls und Trunkenheit im Verkehr ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

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