Die Bahn erhöht die Preise: Ein Kommentar der "Neue Osnabrücker Zeitung"

Die Bahn erhöht die Preise, mal wieder. Das Problem dabei ist, dass die Kosten für Tickets längst ein Niveau erreicht haben, das im deutlichen Gegensatz zur erbrachten Leistung steht.

Bei der Bahn ist es mittlerweile so, dass viele Fahrgäste automatisch davon ausgehen, nicht mehr pünktlich ans Reiseziel zu kommen. Im Winter fallen Züge oft ganz aus. Und im Sommer kann Bahnfahren schon fast lebensgefährlich werden, wenn die Klimaanlagen ausfallen.

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Ein übertriebenes Bild? Zugegeben, nicht ganz fair. Aber angesichts des schlechten Rufs, den die Bahn im Personenverkehr genießt, wirkt es schon reichlich selbstbewusst, wenn das Unternehmen nun seine Preise um satte 3,9 Prozent im Fernverkehr erhöht.

Was sich der Bahn-Vorstand wohl dabei denkt? Die Kosten für Personal und Energie mögen ja gestiegen sein. Aber das Unternehmen steht in Konkurrenz zu anderen Transportmitteln. Und zur Realität gehört inzwischen auch: Selbst eine Reise im Pkw ist oft preiswerter als die entsprechende Fahrt mit der Bahn, obwohl auch Sprit teurer geworden ist.

Zudem dürfte der Wettbewerbsdruck auf die Bahn noch steigen. Zu Jahresbeginn starten nach einer Marktliberalisierung die neuen Fernlinienbusse. Schon strebt die Bahn hinein in dieses Geschäft. Der Gesetzgeber sollte diese Ambitionen aber zügeln, im Sinne bezahlbarer Bahntickets.

... und was meinen die locally-Leser dazu?

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