Memmingen: Ein SEK Einsatz und die Eigendynamik sozialer Netzwerke

Ein "normaler" Polizeieinsatz in der Nähe einer Memminger Schule nahm, dank der "Kreativität & Geschwindigkeit" gängigen sozialen Netzwerke, eine unkontrollierte Eigendynamik an. Kurz nach der Festnahme von drei verdächtigen Rauschgifthändlern gibt die Polizei Entwarnung. Für die Schule bestand zu keinem Zeitpunkt eine konkrete Gefahr. Doch was war eigentlich passiert. Eine Zusammenfassung.

In der vergangen Nacht erhielt die Polizeiinspektion Memmingen die Mitteilung, dass ein Rauschgiftgeschäft in Memmingen im größeren Umfang bevorstehen würde und die beteiligten Personen bewaffnet seinen. Aufgrund dieser Mitteilung lief noch in der Nacht ein größerer Polizeieinsatz unter Leitung des PP Schwaben Süd/West an, in den auch Spezialeinsatzkräfte mit eingebunden waren. Im Rahmen von diesem Einsatz konnten kurz vor Mittag drei Personen in einem Anwesen ohne Widerstand vorläufig festgenommen werden. Die Ermittlungen zu dem gegenständlichen Sachverhalt dauern an.

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Schneller als die Polizei "erlaubt"

Im Rahmen dieses Einsatzes gab es auch Absperrmaßnahmen im Bereich eines nahegelegenen Schulkomplexes. Aufgrund dieser Maßnahmen enstand auf den sozialen Netzwerken schnell das Gerücht, dass es an der Schule zu einem "Zwischenfall" gekommen sei. Durch eine Vielzahl von Benutzern wurde dieses Gerücht weiterkommuniziert und verbreitet. Für den Bereich der Schule gab es zu keinem Zeitpunkt eine Gefährdung. Die Leiter der nahegelegenen Schulen standen während der gesamten Aktion mit der Polizei in Kontakt und waren bezüglich der Absperrung und dem Anlass informiert worden.

Auch unsere Redaktion erhielt entsprechende Hinweise

Kurz nach 10 Uhr erreichte unsere Onlineredaktion die Meldung über den SEK - Einsatz in Memmingen: "Grossaufgebot an Polizei und SEK in MM neben der Berufsschule - Laut Direktor haben sich Straftäter in einem Wohnblock hier verschanzt." Eine sofortige Nachfrage in der Einsatzzentrale der Polizei in Kempten konnte dies bestätigen. Gleichzeitg schlossen die Beamten eine Gefährdung für die Schule und die Schüler aus.

Vor allem durch die rasante Verbreitung der sozialen Netzwerke können solche Nachrichten mittlerweile eine Verbreitungsgeschwindigkeit erreichen die sich so leicht nicht wieder stoppen lässt.

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