
Bayerische Staatsministerin Dr. Merk: "Der Schutz von Kindern ist eine dauerhafte Aufgabe!"
Große Hoffnungen haben zahlreiche Betroffene an ihn geknüpft: Der Runde Tisch der Bundesregierung zum sexuellen Kindesmissbrauch hat seine Tätigkeit mit einem heute beschlossenen Abschlussbericht beendet.
Ein Ende der Arbeit ist für Bayerns Justizministerin Dr. Beate Merk damit aber keinesfalls verbunden: "Der runde Tisch ist sicher ein erster großer Erfolg im Kampf gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern in Deutschland. Damit sind wir aber keinesfalls am Ziel angekommen. Es gibt keinen Grund sich jetzt zufrieden zurückzulehnen! Wir müssen hier immer am Ball bleiben! Unguten Entwicklungen frühzeitig gegensteuern und immer wieder kritisch fragen: Reichen unsere Schutzinstrumente hier aus?"
Längere Verjährungsfristen im Strafrecht sind der Ministerin dabei ein besonders wichtiges Anliegen. Merk: "Der Runde Tisch empfiehlt, dass die Verjährung bei Straftaten des sexuellen Kindesmissbrauchs in Zukunft nicht nur bis zum vollendeten 18., sondern bis zum 21. Lebensjahr des Opfers ruhen soll. Aber für die meisten Betroffenen bleibt dann immer noch nicht genügend Zeit, um sich für oder gegen eine Strafanzeige zu entscheiden. Sexueller Missbrauch verletzt das Innerste jedes Menschen. Trifft er ein Kind, so trifft er die verletzbarsten Menschen unter uns. Wer das erlebt, leidet für Jahrzehnte. Gegenüber anderen, gar gegenüber offiziellen Stellen kann sich nur offenbaren, wer einen Berg aus Traumata, Ängsten und Scham überwindet. Wer das schafft, muss unterstützt werden. Und nicht die Auskunft bekommen, dass es jetzt zu spät sei."
Merk, die in Bayern das "Forum zur Aufarbeitung der Gewalt- und Sexualdelikte an Kindern und Jugendlichen in Bayern" leitet, fordert deshalb 30-jährige Verjährungsfristen für alle Taten sexuellen Kindesmissbrauchs: "Die Verjährung von Straftaten gibt es nur, weil man annimmt, dass nach einer gewissen Zeit von selbst wieder Rechtsfrieden eintritt. Das mag bei Vermögensdelikten so sein! Wie extrem dagegen sexueller Kindesmissbrauch unsere Gesellschaft erschüttert, zeigt uns doch gerade die seit 2010 anhaltende Diskussion. Die Opfer von sexuellen Missbrauch, die ein Leben lang unter diese Straftat leiden und nicht zur Ruhe kommen, darf man so nicht vertrösten."
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