Unterstützungsgruppe Sanitätseinsatzleitung zieht Bilanz für 2011


Neunmal im Einsatz bei großen Unglücksfällen

Kaufbeuren/Ostallgäu - Vor allem Brände und Austritt von Gas im Bereich von Mehrfamilienhäusern oder in Wohngebieten waren im abgelaufenen Jahr die Anlässe, die die Unterstützungsgruppe Sanitätseinsatzleitung (UG-SanEL) in Kaufbeuren und dem Ostallgäu zum Einsatz riefen. Insgesamt weist die Bilanz der Gruppe für 2011 neun Einsätze auf, so Werner Seibt, Vorsitzender des örtlichen Kreisverbandes der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Seine Hilfsorganisation stellt zusammen mit dem Bayerischen Roten Kreuz (BRK) in unserer Region die Mitglieder für diese Aufgabe.

Der Grund für die Alarmierung ist stets die große Anzahl betroffener Personen und eingesetzter Rettungsmittel. Dann ist nämlich eine einheitliche Führung und Koordination durch eine Sanitätseinsatzleitung erforderlich. Um die Abläufe zu unterstützen, die Kommunikation an der Einsatzstelle und zur Leitstelle sicher zu stellen, die Patienten zu erfassen und ihren Abtransport in geeignete Krankenhäuser zu organisieren, kommt in diesen Fällen die UG-SanEL hinzu. Seibt bedankt sich anlässlich des Jahresendes bei den Einsatzkräften der Gruppe, die rein ehrenamtlich aufgestellt ist. Neben der ständigen Bereitschaft komme noch die Teilnahme an Übungen, Fortbildungen und Dienstbesprechungen hinzu und er ergänzt, dass diese Einsatzeinheit im öffentlichen Bewusstsein dagegen kaum wahrgenommen werde.

Gleich im Januar war es der Brand in einem Wohnblock in Kaufbeuren, der die Unterstützungsgruppe auf Trapp hielt, im Februar folgte der Großbrand eines landwirtschaftlichen Anwesens im Ostallgäuer Waal. Dreimal war es schließlich ausströmendes Gas und die dadurch ausgehende Gefahr für Personen, die ein vorsorgliches Eingreifen und Evakuieren nötig machte. Daneben löste auch ein schwerer Verkehrsunfall die Alarmierung aus. Der wohl spektakulärste Fall war aber das Bergbahnunglück am Tegelberg im August. Dort war bekanntlich ein Drachenflieger mit den Seilen der Gondel kollidiert und hatte die Bahn lahmgelegt. 20 Insassen mussten sogar eine Nacht in der Kabine verbringen, bevor sie befreit wurden.

Hintergrundinformationen:

Bei einem Massenanfall von Verletzten oder Erkrankten kommt zur Leitung und Koordination der eingesetzten Rettungskräfte eine Sanitätseinsatzleitung zum Einsatz. Diese besteht aus einem Organisatorischen Leiter (kurz: OrgL) und einem Leitenden Notarzt (kurz: LNA). Dazu gibt es eine Unterstützungsgruppe Sanitätseinsatzleitung (kurz: UG-SanEL). Dies Alles ist in der vom Bayerischen Innenministerium herausgegebenen Richtlinie für die Bewältigung von Schadensereignissen mit einer größeren Anzahl Verletzter oder Erkrankter geregelt. Für Kaufbeuren und das nördliche Ostallgäu hat die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) die Trägerschaft für die Unterstützungsgruppe Sanitätseinsatzleitung übernommen, das Personal stellt sie  in Kooperation mit dem Bayerischen Roten Kreuz (BRK).

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