
Lawinenlagebericht für den bayerischen Alpenraum - Montag, 09.01.2012, 07:30 Uhr
Achtung! Umfangreiche Schneeverfrachtungen! Ein einzelner Skifahrer kann Lawinen auslösen! Aus steilen triebschneebeladen Geländezonen sind Selbstauslösungen auch von größeren Lawinen möglich.
Beurteilung der Lawinengefahr:
Es besteht von den Allgäuer Alpen bis zum Werdenfelser Land sowie im Berchtesgadener Land oberhalb der Waldgrenze große, unterhalb der Waldgrenze erhebliche Lawinengefahr. Im übrigen bayerischen Alpenraum ist die Lawinengefahr oberhalb der Waldgrenze erheblich, unterhalb der Waldgrenze herrscht allgemein mäßige Lawinengefahr. Mit dem erwarteten Temperaturanstieg kommt Bewegung in die Schneedecke. Aus stark triebschneebeladenen Geländezonen sind im Tagesverlauf Selbstauslösungen von kleinen bis mittleren, vereinzelt auch größeren Lawinen möglich, die meist am Boden abgleiten. In erster Linie sind dabei Hänge betroffen die vor der letzten Schneefallperiode schon wieder schneefrei waren. Stellenweise können hangnahe Verkehrs und Wanderwege betroffen sein.
Weitere Gefahrenstellen befinden sich vorwiegend oberhalb der Waldgrenze in eingewehten Hangzonen der Hangrichtungen Nordwest über Nord bis Süd, hinter Hangkanten, in lichten Wäldern und Waldschneisen sowie in eingewehten Rinnen und Mulden aller Hangrichtungen. Hier ist bereits bei geringer Zusatzbelastung eine Auslösung von Schneebrettlawinen möglich.
Schneedecke:
In den höheren Lagen des bayerischen Alpenraumes fielen seit gestern bei stürmischem Wind aus West bis Nordwest verbreitet 30-40 cm, auf der Zugspitze und im Berchtesgadener Land örtlich mehr als 50cm Neuschnee. Stellenweise regnete es in tiefen Lagen. Die Schneedecke ist vor allem oberhalb der Waldgrenze von umfangreichen Schneeverfrachtungen geprägt. Rücken und Grate sind meist abgeweht. Die Schneeoberfläche ist zum Teil windgepresst, im Windschattenbereich ist sie stellenweise auch locker. Im verfrachteten Schnee sind störanfällige Zwischenenschichten, meist in Form von Graupel eingelagert. Aufgrund des starken Sturmes beschränken sich die Einwehungen nicht nur im kammnahen Bereich, sondern es sind auch kammferne Bereiche betroffen. Auch Waldschneisen knapp unterhalb der Waldgrenze sind zu beachten.
Hinweise und Tendenz:
Es soll morgen wärmer werden. Die Gefahr der Selbstauslösung von Lawinen wird dadurch zunehmen. Skitouren erfordern Vorsicht und gutes lawinenkundliches Beurteilungsvermögen.
Gefahrenstufen regional
Z-o: über der Waldgrenze - große Triebschneeablagerungen
Z-u: unterhalb der Waldgrenze - Nasschnee und Einwehungen
Allgäuer Alpen
Z-o: Gefahrenstufe 4
Z-u: Gefahrenstufe 3
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Ammergauer Alpen
Z-o: Gefahrenstufe 4
Z-u: Gefahrenstufe 3
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Werdenfelser Alpen
Z-o: Gefahrenstufe 4
Z-u: Gefahrenstufe 3
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Bayerische Voralpen
Z-o: Gefahrenstufe 3
Z-u: Gefahrenstufe 2
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Chiemgauer Alpen
Z-o: Gefahrenstufe 3
Z-u: Gefahrenstufe 2
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Berchtesgadener Alpen
Z-o: Gefahrenstufe 4
Z-u: Gefahrenstufe 3
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Herausgeber: Lawinenwarnzentrale im Bayerischen Landesamt für Umwelt
Hinweis der Redaktion: Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Lawinenlage sich jederzeit ändern kann. Sicherheitshalber wird deshalb empfohlen, sich am aktuellsten Lagebericht zu orientieren – Lawinenlagebericht für den bayerischen Alpenraum.
Für die Aktualität der Meldung übernimmt locally keinerlei Haftung.
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