
Berlin: 27 Kilo Marihuana und scharfe Schußwaffe sichergestellt - Vater der Festgenommenen will Beamte bestechen
Die Berliner Staatsanwaltschaft wird sich wohl intensiv mit einer Familie beschäftigen müssen. Angestellte einer Dachdeckerfirma machten gestern Vormittag einen außergewöhnlichen Fund im Berliner Stadtteil Gesundbrunnen.
Als sich die Arbeiter gegen 9 auf einen Dachboden in der Drontheimer Straße begaben, um dort mit ihren Baumaßnahmen zu beginnen, fanden sie mehrere mit Marihuana gefüllte Taschen und alarmierten die Polizei. Mit dem vor dem Wohnhaus in Empfang genommenen Zivilpolizisten stiegen sie die Stufen des Treppenhauses nach oben, als ihnen ein 14-Jähriger entgegen kam.
Der Jugendliche hielt die nicht uniformierten Beamten offensichtlich ebenfalls für Dachdecker und bat darum, mit dem Beginn der Tätigkeiten auf dem Dachboden noch einen Moment zu warten, da dort etwas entfernt werden müsste. Kurz darauf erschien der 28-jährige Bruder des Knaben, der sich mit Geld für das Warten und die zeitliche Verzögerung erkenntlich zeigen wollte. Auch die Bezahlung eines Mittagessens stellte er den Dachdeckern in Aussicht. Als er sich auf dem Dachboden dann der Taschen annehmen wollte, klickten bei ihm und seinem jüngeren Bruder die Handschellen.
Die aufgefundenen Drogen - rund 27 Kilogramm hochwertiges Marihuana - wurden beschlagnahmt. Während der anschließenden Durchsuchungen in den Wohnungen der beiden Festgenommenen sowie der Wohnung ihres dritten Bruders im Alter von 32 Jahren fanden die Beamten eine scharfe Schusswaffe mit entsprechender Munition sowie ein Nunchaku und einen größeren Geldbetrag. Der 32-jährige Bruder war nicht anwesend.
Der Vater der kriminellen Brüder sieht einem Ermittlungsverfahren wegen Bestechung entgegen, weil er den Beamten Geld geboten hatte, damit diese den Waffenfund "unter den Tisch fallen lassen". Die 14- und 28-Jährigen, von denen sich der ältere Bruder im offenen Vollzug befindet, sollen heute einem Richter zum Erlass von Haftbefehlen vorgeführt werden.
Die Ermittlungen des zuständigen Fachkommissariats des Landeskriminalamtes wegen illegalen Handels mit Betäubungsmitteln dauern an.
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