Deutschland: Eichenprozessionsspinner breitet sich aus


Die für den Menschen gefährliche Raupe des Eichenprozessionsspinners breitet sich in Deutschland immer weiter aus.

Insgesamt sind zehn Bundesländer betroffen, am stärksten Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Bayern. Weil sich die Eichenprozessionsspinner in einem trocken-warmen Frühjahr besonders gut entwickelten, müsse 2012 wieder mit vielen Raupen gerechnet werden. Für die Verbreitung der Schädlinge habe mit hoher Wahrscheinlichkeit auch der Klimawandel gesorgt.

Ende April bis Mitte Mai schlüpfen die Eichenprozessionsspinner. Sie leben gesellig und gehen in Gruppen von 20 bis 30 Individuen im „Gänsemarsch“ oder auch "Prozessionsmarsch" auf Nahrungssuche, daher der Name „Prozessionsspinner“. Die giftigen Härchen der Tiere, die sie nach dem zweiten Häuten ausbilden, sind für Menschen sehr gefährlich. Es drohen Hautirritationen, Atembeschwerden und Augenreizungen.

Die Nester seien ebenfalls gefährlich, weil sich dort auch nach dem Auszug der Raupen noch Härchen oder Häutungsreste befinden könnten. "Nicht anfassen, nicht anstechen - am besten einen weiten Bogen drumherum machen", warnen die Biologen. Wer trotzdem mit einem der fladenförmigen Gespinste in Berührung gekommen sei, müsse sofort zum Arzt.

 Experten rechnen mit einer weiteren Ausbreitung in den kommenden Jahren. Immer häufiger seien die Tiere nicht nur in Eichenwäldern, sondern auch in Wohn- und Erholungsgebieten zu finden.

Betroffene Landkreise sollen gegen die Schädlinge beispielsweise mit zugelassenen Pestiziden vorzugehen. Das müsse allerdings vor dem dritten Larvenstadium der Tiere geschehen. "Danach geht das nur noch mit Spezialkräften." Die Gespinstnester sollten nach Möglichkeit nicht mit Wasser entfernt oder verbrannt werden, weil sich die Brennhaare dann verbreiten könnten. Meist werden diese Arbeiten an Firmen abgegeben, die solche Nester absaugen, da für diese Arbeiten vollständig abgeschlossene Schutzanzüge und ein Atemschutz notwendig sind.

Hier noch ein paar Vorsichtsmaßnahmen:

  • Grundsätzlich die Befallsgebiete meiden
  • Hautbereiche (z. B. Nacken, Hals, Unterarme, Beine) schützen
  • Raupen und Gespinste nicht berühren
  • Sofortiger Kleiderwechsel und Duschbad mit Haarreinigung nach (möglichem) Kontakt mit Raupenhaaren
  • Auf Holzernte- oder Pflegemaßnahmen verzichten, solange Raupennester erkennbar sind
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