Der Bunker im Landratsamt (k)ein Relikt des kalten Krieges


Er schlummert im Keller, unbeachtet und unbemerkt von den Besuchern. Er ist ein Relikt des Kalten Krieges zwischen Ost und West und dennoch hat er seine Aufgabe nicht verloren, wie die andere Einrichtungen seiner Art. Mitte der 80er Jahre, als das Landratsamt erweitert wurde, ist ein Bunker entstanden. Einst für den schlimmsten Fall aller Fälle, einen Atomkrieg, geplant, hat sich seine Rolle seit dem Ende des Ost-/West Konflikts verändert. Als Führungsstelle für das Landratsamt im Kriegsfall geplant, ist der Bunker heute die Kommandozentrale der „Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK)“.

In einem "Großschadensfall", wie zuletzt bei einem in Memmingen während der Katastrophenübung simulierten Flugzeugabsturz oder anderen Ereignissen, tritt in den Räumlichkeiten der Krisenstab zusammen. Dieser besteht nicht nur aus den Mitarbeitern des Landratsamtes, sondern auch aus Ansprechpartnern der Hilfsorganisationen, der Feuerwehr und Vertretern der Bundeswehr, dem Kreisverbindungskommando.

Viele werden sich jetzt fragen, warum die Bundeswehr? In manchen Szenarien während eines länger dauernden Katastrophenfalls, wie zum Beispiel eines Hochwassers, ist die Bundeswehr logistisch mit Hubschraubern oder Lastwagen sowie speziellen Krankenwagen, die geländegängig sind, tätig. Auch kann und werden in einem solchen Fall die örtlichen Hilfskräfte durch Bundeswehrsoldaten unterstützt.

Betritt man den Bunker durch die schwere Stahltür ist das erste was einem ins Auge fällt der Charme der 80er. Alles zweckmäßig eingerichtet, und nicht gerade auf dem neuesten Stand. Hier spiegeln sich in der Einrichtung die 80er Jahre wieder. Doch technisch ist der Bunker auf dem neuesten Stand. Moderne PCs, Beamer, W-Lan und eine moderne Telefonanlage sorgen dafür, dass die Mitarbeiter reibungslos im Schadensfall arbeiten können.

Eine Notstromversorgung über Dieselaggregate ist selbstverständlich genauso vorhanden, wie eine Lüftung, die im Notfall sogar über Filter die Luft in den Bunker bringen kann. Selbst im schlimmsten Fall, dass alle Kommunikationsleitungen nach außen unterbrochen werden, kann der Führungsstab auf eine Notantennenanlage zurückgreifen, welche eine Kommunikation nach außen aufrecht erhält.

Alles in allem sind wir uns sicher, dass im Falle einer Katastrophe der Landkreis bestens vorbereitet ist, um alle notwendigen Maßnahmen zu koordinieren. Wir möchten uns auch ausdrücklich bei dem zuständigen Mitarbeiter des Landratsamtes bedanken, dass er uns den Zugang zu dem Bunker ermöglicht hat. Bitte sehen Sie von Besuchs- oder Besichtigungsanfragen ab. Der Bunker steht nicht für öffentliche Führungen zur Verfügung.

Bilder aus dem Inneren finden Sie in unserer Fotogalerie.

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