Allgäu: Brände und Überflutungen nach unwetterartigen Gewittern


Weitreichende Folgen hatte ein lokales Unwetter welches am frühen Freitagmorgen über das Unterallgäu, Ostallgäu, Oberallgäu und den Landkreis Lindau fegte. Mit Starkregen, Sturmböen und Blitzschlägen wurden zahlreiche Schäden in der Region angerichtet. Aktuell stehen zwei Bauernhöfe in Harraried und Hirschzell aufgrund Blitzschläge in Flammen, in Kempten Heiligkreuz ist der Bach über die Ufer getreten und bedroht aktuell ein Neubaugebiet. Die Feuerwehren und Rettungsdienste sind im Dauereinsatz.

Gegen 05:00 Uhr zog eine große Gewitterfront von Westen kommend über das komplette südliche Allgäu. Im Gepäck hatte das Unwetter nicht nur Blitz und Donner sonder auch noch heftigen Starkregen und Hagel. Im Bereich Kempten war der Starkregen so heftig, dass die Bäche teilweise über die Ufer traten und ein Neubaugebiet direkt bedrohten. Fast zeitgleich setzten Blitze zwei landwirtschaftliche Anwesen in Lindau und Kaufbeuren in Brand. Durch die Sturmböen stürzten mehrere Bäume auf die Fahrbahnen und verperrten die Verkehrswege.

Weitere Infos zu den besonderen Ereignissen (Quelle PP SWS):

Dachstuhlbrand nach Blitzschlag

RÖTHENBACH. Am frühen Freitagmorgen geriet im Ortsteil Harratried der Dachstuhl eines landwirtschaftlichen Anwesens in Brand.

Nach ersten Ermittlungen schlug ein Blitz in den südlichen Teil des Anwesens ein und verursachte das Feuer. Den örtlichen Feuerwehren gelang es jedoch schnell, den Brand einzudämmen und letztendlich zu löschen. Die Schadenshöhe liegt bei mehreren Zehntausend Euro, verletzt wurde niemand. Die Ermittlungen der Polizei Lindenberg dauern noch an.

Bach tritt über die Ufer

KEMPTEN. Aufgrund des Unwetters bestand heute morgen kurz nach 07:00 Uhr die Gefahr, dass drei Doppelhaushälften am südlichen Ortsrand von Kempten/Heiligkreuz, Augustinerstrasse durch einen reißenden Bach überschwemmt werden.

Die Feuerwehr, der Stadtbauhof und die Polizei waren im Einsatz. Aufgrund des nachlassenden Regens trat der Bach nicht in erheblichem Ausmaß über das Ufer. Der Pegelstand ging selbständig zurück. Die Feuerwehr musste jedoch trotzdem einige Keller auspumpen.

Maschinenhalle fällt Flammen zum Opfer - 150 Feuerwehrmänner kämpfen um Wohnhaus

KAUFBEUREN/HIRSCHZELL. Heute morgen gegen 06:15 Uhr wurde ein Austragshaus zusammengebaut mit altem Stall und Maschinenhalle ein Raub der Flammen.

Der Sohn des Landwirts befand sich während des starken Gewitters mit seiner Mutter im neuen Stall, als beide plötzlich einen sehr lauten Knall wahrnahmen. Unmittelbar danach rauchte es aus dem Dach der Maschinenhalle. Obwohl sofort die Feuerwehr alarmiert wurde, konnte der alte Stall und die angrenzende Maschinenhalle nicht mehr gerettet werden. Das unmittelbar daneben befindliche Wohnhaus des Jungbauern wurde im Bereich des Dachstuhls ebenfalls stark in Mitleidenschaft gezogen. Der Wohntrakt selbst konnte gerettet werden. Der Brandschaden wird auf ca. 400.000,-- EUR geschätzt. Der Jungbauer wurde, da er noch versuchte einige Maschinen aus der brennenden Halle zu retten, leicht durch eine Rauchgasintoxikation verletzt. Aufgrund der starken Rauchentwicklung wurde die Bevölkerung gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Die örtliche Grundschule blieb geschlossen. Zwischenzeitlich ist der Brand weitestgehend abgelöscht. Im Einsatz befanden sich ca. 150 Mann der örtlichen Feuerwehren, Polizeibeamte der Polizeiinspektion Kaufbeuren sowie der Rettungsdienst. Aufgrund der derzeitigen Erkenntnisse dürfte ein Blitzeinschlag für den Brand verantwortlich sein. Brandermittler der Kripo Kaufbeuren haben die weiteren Ermittlungen von Ort übernommen.

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