Nur noch Passagier im Auto?- Gut besuchter Info-Abend zum autonomen Fahren in Babenhausen


Auf reges Interesse stieß der vom örtlichen Bundestagsabgeordneten Dr. Georg Nüßlein (CSU) initiierte Info-Abend zum Thema "Nur noch Passagier im Auto? Wohin geht die Reise im automatisierten Fahrzeug?". Etwa 70 Gäste informierten sich in den Räumlichkeiten des Babenhausener Automobilzulieferers Kößler technologie GmbH über den Stand von Forschung und Entwicklung beim Zukunftsthema autonomes Fahren.

Nach einer Begrüßung und kurzen Firmenvorstellung durch den Geschäftsführer Reinhard Kößler, skizzierte Abgeordneter Nüßlein Rahmenbedingungen, die Politik und Behörden zu klären haben, damit automatisiertes Fahren rechtlich und praktisch in den Verkehrsalltag Einzug erhalten kann. Der CSU-Politiker erläuterte die staatliche Förderkulisse und berichtete über die Einsetzung einer Ethikkommission zum Thema. Dabei stellte Nüßlein einen Gesetzentwurf von Bundesverkehrsminister Dobrindt vor, der entsprechende Antworten geben soll, aber auch einige Fragen in ethischer und juristischer Hinsicht offen lässt, wie die sich später anschließende Diskussion mit dem Publikum zeigte.

Nach diesem politisch geprägten Auftakt gab Jörg Tegtmeier von der  Robert Bosch GmbH einen filmisch umrahmten Überblick über die verschiedenen Entwicklungsstufen, von heute schon genutzten Fahrassistenzsystemen bis hin zur letzten Stufe, dem vollautomatisierten Fahren, das heute in der Praxis noch nicht möglich ist. Dabei riss Tegtmeier eine Reihe von rechtlichen Fragestellungen an, u.a. Fragen der Haftung bei einem Unfall. Mit dem Verweis, dass heute rund 90 Prozent aller Unfälle auf menschliche Fehler zurückzuführen sind, machte Tegtmeier deutlich, dass es  das  Ziel von Politik und Industrie ist, mit dem  automatisierten Fahren , die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Darüber hinaus  erhöht  sich der  Fahrkomfort für Fahrer und Beifahrer.

Patrick Vogel, CEO des Start-Up-Unternehmens Autonomos GmbH aus Berlin, lenkte den Blick schließlich auf das Zukunftsszenario fahrerloses Fahren in den Städten und gab Einblicke aus den eigenen Testfahrten in Berlin, Zürich und Mexiko City. Dabei zeigte der Unternehmer auf, welche Bedeutung die Robotik in Forschung und Entwicklung bereits hat und noch haben wird.

Am Beispiel eines umgerüsteten Abfallsammelfahrzeugs präsentierte Vogel auch, wie intelligente, kamerabasierte Assistenzsysteme, schon heute den Alltag der Entsorgungsbetriebe erleichtern können.

Nach den Vorträgen bot die Kößler technologie GmbH den Besucher noch die Möglichkeit Ihre neue hochmoderne Produktionshalle zu besichtigen.

Abgeordneter Nüßlein zog ein positives Fazit des Abends: "Ich denke, es wurde klar, dass dieses hochinteressante Thema keine Utopie ist, sondern wir schon mitten drin stehen - oder besser gesagt fahren. Wenn die Politik, Forschung und Entwicklung, die Automobilindustrie und die Versicherungswirtschaft, Polizei und Behörden an einem Strang ziehen, stellen wir Mobilität sprichwörtlich auf ganz neue Räder - deutlich sicherer, sehr viel angenehmer und spürbar stressfreier.", glaubt CSU-Mann Nüßlein.

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