Lawinenlagebericht für den bayerischen Alpenraum von Montag, 17.04.2017


Kräftiger Nordwestwind führt in den Hochlagen zu frischen Triebschneeansammlungen, die bereits vom einzelnen Skifahrer zu stören sind.

Beurteilung der Lawinengefahr:
Es besteht in den Hochlagen des bayerischen Alpenraums eine erhebliche Lawinengefahr, in den mittleren Lagen ist die Lawinengefahr als mäßig einzustufen.
Gefahrenstellen, an denen Lawinen ausgelöst werden können, befinden sich in den Hochlagen im kammnahen, nord- über ost- bis südexponierten Steilgelände sowie in frisch eingewehten Rinnen und Mulden. In diesen Bereichen ist bereits bei geringer Zusatzbelastung, z.B. durch einen einzelnen Skifahrer, die Auslösung von Schneebrettlawinen möglich.
Aus neuschneebeladenen Steilflächen höherer Lagen ist mit der Selbstauslösung von meist kleineren Lockerschneelawinen zu rechnen. In mittleren Lagen beginnt auf vormals ausgeaperten, steilen Wiesenhängen der Neuschnee auf dem warmen Boden in Form von meist noch kleineren Gleitschneelawinen abzurutschen.

Schneedecke:
Seit gestern fielen in den Allgäuer Alpen in mittleren Lagen 20 bis 40cm, in den Hochlagen bis zu 50cm Neuschnee. Im übrigen bayerischen Alpenraum schneite es verbreitet 20 bis 30cm. In tieferen Lagen regnete es. Kräftiger Nordwestwind verfrachtet in den Hochlagen den Neuschnee. Die neuen Triebschneeansammlungen weisen bindungsarme Zwischenschichten auf, die störanfällig sind. Auf windexponierten, zum Teil vereisten Altschneeoberflächen oberhalb 2300m ist die Bindung des Neuschnees mit der Altschneeoberfläche schlecht. Ansonsten verbindet sich der Neuschnee gut mit der angefeuchteten Altschneeoberfläche. Der Neuschnee bedeckt eine in mittleren Lagen bis zum Boden durchfeuchtete, aber kompakte, geringmächtige Altschneedecke. Auf vormals ausgeaperten sonnseitigen Flächen liegt der Neuschnee direkt auf dem warmen Boden.  In den Hochlagen ist die Altschneedecke allgemein gut verfestigt und stabil.

Hinweise und Tendenz:
Heute ist den ganzen Tag niederschlagsreiches Wetter vorhergesagt, die Schneefallgrenze sinkt auf 1000m ab. Die Temperaturen liegen tagsüber in 2000m bei -2 Grad. Es weht ein frischer Nordwestwind in Verfrachtungsstärke. Die nächsten Tage wird es kälter und es schneit. In Abhängigkeit von der Neuschneemenge und dem Windeinfluss kann dann die Lawinengefahr auch in mittleren Lagen weiter ansteigen.

Gefahrenstufen regional
Z-o: oberhalb 2000m - frischer Triebschnee
Z-u: unterhalb 2000m - Gleitschnee

Allgäuer Alpen
Z-o: Gefahrenstufe 3
Z-u: Gefahrenstufe 2
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Ammergauer Alpen
Z-o: Gefahrenstufe 3
Z-u: Gefahrenstufe 2
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Werdenfelser Alpen
Z-o: Gefahrenstufe 3
Z-u: Gefahrenstufe 2
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Bayerische Voralpen
Z-o: Gefahrenstufe 2
Z-u: Gefahrenstufe 2
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Chiemgauer Alpen
Z-o: Gefahrenstufe 2
Z-u: Gefahrenstufe 2
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Berchtesgadener Alpen
Z-o: Gefahrenstufe 3
Z-u: Gefahrenstufe 2
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Herausgeber: Lawinenwarnzentrale im Bayerischen Landesamt für Umwelt

Hinweis der Redaktion: Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Lawinenlage sich jederzeit ändern kann. Sicherheitshalber wird deshalb empfohlen, sich am aktuellsten Lagebericht zu orientieren. (Veröffentlicht werden von uns Lawinenlageberichte erst ab der Warnstufe 3)

locally übernimmt keinerlei Haftung für die Aktualität der veröffentlichten Lawinenlage.