Bayerische Energiepolitik - ja zu neuen Atomkraftwerken?

Die Bayerische Staatsregierung hat am 03.06.2008 die "Eckpunkte der bayerischen Energiepolitik" beschlossen.
www.verwaltung.bayern.de/Anlage3377369/EckpunkteEnergiepolitik.pdf

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Trotz aller Beteuerungen der CSU-Politiker im Landkreis und Kritik der JU an einem Wahlplakat der SchwabenSPD
unter 3.1. Kernenergie weiter nutzen steht :
"Wir brauchen die Kernenergie daher als CO2-freie und wettbewerbsfähige
Brücke hin zu einer zukünftigen, maßgeblich auf neue Technologien und erneuerbareEnergien gestützten Energiewirtschaft. [...]
Flankierend müssen wir ein positives gesellschaftliches Klima für energiewirtschaftliche Investitionen schaffen und neue Kraftwerksprojekte in Bayern durch zügige Planungs- und Genehmigungsverfahren und einen investitionsfreundlichen Vollzug im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten unterstützen."

Doch :
Die Gewinnung von Uran ist äußerst energieaufwändig. Nach Berechnungen des Öko-Instituts entstehen 126 g CO2 pro Kilowattstunde Strom.
Zum Vergleich: Ein modernes Gaskraftwerk mit Wärme-Auskopplung kommt auf 119 g CO2 pro Kilowattstunde, eine Windkraftanlagen auf 22 Gramm, die vor allem bei der Herstellung entstehen.

Auch als „Brückentechnologie“, bis Energie in ausreichendem Maße aus Erneuerbaren Quellen erzeugt wird, scheidet Atomenergie aus. Länger laufende Kraftwerke zementieren nur die Monopolmacht der Energiekonzerne, mit der sie Produzenten Erneuerbarer Energien behindern – etwa mit hohen Hürden beim Netzzugang.

Und:
Eine Studie des Umweltbundesamts (UBA) zeigt: Wenn wir den Stromverbrauch bis 2020 um 11 Prozent senken, Erneuerbare Energien auf knapp 30 Prozent der Stromerzeugung ausbauen und 25 Prozent des Stroms in modernen Kraftwerken mit Kraft-Wärme-Kopplung produzieren, ist die Versorgung gesichert. All dies ist zu erreichen, wenn der politische Wille vorhanden ist.

Dann ist es auch nicht nötig ein positives gesellschaftliches Klima für energiewirtschaftliche Investitionen zu schaffen und neue Kraftwerksprojekte in Bayern durch zügige Planungs- und Genehmigungsverfahren zu unterstützen, mit dem dem Neubau von atomaren Anlagen Tür und Tor geöffnet wird.....

Vielleicht plant die CSU ja doch neue Atomkraftwerke und sagt nur nicht wo?

Ort(e): Landkreis Günzburg, Günzburg

Thematik: Politik

Stichworte: Atomkraft, Atomstrom

ich frage mich, wo die SPD

ich frage mich, wo die SPD überhaupt lebt. Die SPD meint wohl, dass der Strom einfach so aus der Steckdose kommt ;-) Welche Alternativen haben wir denn? Noch mehr Windenergie? Schaut ja schön aus, die großen Propeller. Öl wird teurer und teurer.
Wie will die SPD den Energieverbrauch senken? Wo sind sinnvolle Vorschläge? Der einzige mehr oder weniger sinnvolle Vorschlag kam vom CSU-Bundesminister Seehofer.
Ich bin auf der Suche nach einer sinnvollen Alternative zur CSU, finde aber keine. Sorry, aber für mich macht die SPD nur Polemik.
Im übrigen ist Herr Hankl immer noch die Antwort schuldig, was mit den Spenden geschieht, wenn die SPD nicht gewinnt.
Totschweigen gilt nicht. Der Wähler ist wachsam.

Bild von Stephan Hankl
Kommentar

Hallo Wollex,
auf die Frage zu den Spenden habe ich in einem Kommentar zu einem anderen Beitrag bereits geantwortet...
Zu Ihrem jetzigen Kommentar:
Eine zukunftsfähige Energiepolitik kann nur gelingen, wenn wir fossile und nukleare Energieträger Schritt um Schritt ersetzen, indem wir Energie erst gar nicht verbrauchen (Idealfall) oder indem wir sie optimal nutzen und indem wir erneuerbare Energien einsetzen.
Wir setzen auf den Dreiklang aus Energiesparen, Energieeffizienz und Erneuerbaren Energien.
Beim Energiesparen ist die Wärmesanierung älterer Gebäude eine Maßnahme, die sich sehr schnell rechnet. Mit Wärmedämmung und intelligentem Energieeinsatz lässt sich der Energieverbrauch um deutlich mehr als 50 Prozent verringern. Wir fördern Energieberatung und weitergehende Kennzeichnungspflichten für den Energieverbrauch von Strom und von Geräten, Maschinen und Verkehrsmitteln.
Energien müssen sehr viel effizienter als bisher genutzt werden. An erster Stelle ist die Kraft-Wärme-Koppelung zu nennen. In Heizkraftwerken, Block-heizkraftwerken oder Brennstoffzellen wird Energie und Wärme gleichzeitig genutzt. Daraus ergeben sich Wirkungsgrade von bis zu 95 Prozent (zum Vergleich: Atomstrom liegt bei 34 Prozent, Kohlestrom bei 45 Prozent). Aber auch Nutzungsänderungen bei Strom und Geräten, Maschinen und Verkehrsmitteln können dazu beitragen, Energieverbrauch in großem Umfang zu vermindern und gleichzeitig Geld einzusparen.
Erneuerbare Energien: Die benötigte Energie können wir aus erneuerbaren Energien gewinnen: Photovoltaik, Solarthermie, Tiefen- und Oberflächen-Geothermie, Windkraft, Wasserkraft, Biomasse und Biogas.
Zudem werden wir die bürokratischen Hemmnisse auf Landesebene beim Einsatz von erneuerbaren Energien und bei der Erhöhung der Energieeffizienz beseitigen.

Wir wollen die schrittweise Umstellung der Geschäfts- und Investitionspolitik der Energieunternehmen von Energieversorgungs(EVU)- zu Energiedienst-leistungsunternehmen (EDU), die nicht vor allem vom Energieträgerverkauf leben und damit an steigendem Energieverbrauch interessiert sein müssen, sondern von Verkauf, Bereitstellung, Management und Betrieb von Energieeffizienz- und -einsparsystemen und von regenerativen Energien.
Dabei setzen wir sehr stark auf die Kommunen und ihre Stadtwerke, die in Bayern verlässliche Partner sind, weil sie ihre Energiepolitik auf Nachhaltigkeit ausrichten.

Wie selbst die Internationale Energie-Agentur (IEA) zugibt, kann Atomenergie keinen nennenswerten Beitrag zum Klimaschutz liefern: Selbst bei einem gigantischen, unvorstellbar teuren Atomkraft-Ausbau um 1300 Reaktoren weltweit bis 2050 würde ihr Beitrag zur geplanten Halbierung der Treibhausgas-Emissionen bis dahin nur 6% betragen.
Im Straßenverkehr mit seinen wachsenden CO2-Emissionen kann Atomenergie keinen Beitrag leisten.
Es ist klar und eindeutig: Wer auf Atomkraft setzt, verhindert Energiesparen. Wer auf Atomkraft setzt, blockiert Investitionen in Energieeffizienz und erneuerbare Energien und damit auch wirksamen Klimaschutz.
Wir wollen nicht, dass die großen Energiekonzerne ihre monopolistischen Strukturen beibehalten und deshalb nicht auf Atomkraftwerke verzichten. Alle bayerischen Atomkraftwerke sind heute abgeschrieben und reine Gelddruckmaschinen, die pro Tag eine Million Euro an Gewinn in deren Kassen spülen.
Mit seiner hohen Abhängigkeit vom Atomstrom ist es notwendig, dass sich Bayern jetzt auf den Ausstieg vorbereitet. Wir fordern ein Konzept „Sichere Energiezukunft in Bayern ohne Atomkraft“, wie dies andere Bundesländer bereits vorgelegt haben und damit den Atomausstieg begleiten.

Hoffe ich konnte Ihnen darlegen, dass es bezüglich der Energiepolitik doch eine sinnvolle Alternative zur CSU in Bayern gibt....

Viele Grüsse
Stephan Hankl

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