Geht´s uns noch gut?
Gefühlt betrachtet: wir in Schwaben jammern ja ganz schön viel ´rum: an der Bildung vor allem, und an der Preissteigerung, und der Energie, und der Sicherheit und überhaupt tut der Staat und der faule Politiker nichts dagegen – ja wogegen eigentlich genau gefühlt betrachtet nicht?
Gefühlt betrachtet frag ich mich daher, warum so viele Menschen in Bayern überhaupt leben wollen? Ich mein, der jährliche Zuzug beträgt ja eine stattliche Anzahl an Leuten, und die wollen alle rein nach Bayern, aber raus will keiner mehr, wo doch alles hier soooo schlimm ist, und wo doch überall in Deutschland alles besser ist:
Die Schule z.B. ist zur Zeit überall besser – jedenfalls wenn man den vielen Wahlplakaten glauben schenken dürfte – und das obwohl Bayern an der Nummer 1 im Deutschlandvergleich steht. Also die kleineren Klassen wollen alle, und mehr Lehrer gibt es ab jetzt auch. Aber warum um Himmels Willen sollen wir hier bei uns eine Gesamtschule einführen, die in den nördlichen Bundesländern bereits seit Jahren versagt hatte und wieder zurück zu den Akten gelegt wurde? Vielleicht weil sie so ein wahnsinniges Erfolgsmoment war? Und weil deshalb in Bayern die Abschlussprüfungen besser ausfallen als anderswo, nicht nur das Abitur, nein auch der Quali hat in Bayern bessere Qualitäten. Um die Durchlässigkeit des bayerischen Schulsystems beneiden uns die europäischen Nachbarn schon lange. Also gefühlt betrachtet: Wieso soll ich das bejammern, oder gar ändern? Schule hat schon immer Leistungswille vorausgesetzt.
Bayern hat auch fleißig gespart, also eigentlich haben alle Bayern seit drei Jahren die geizige Schwabenmentalität angenommen. Und deshalb haben wir hier auch keine Neuverschuldung des Staatshaushalts mehr. Und von den alten Schulden haben wir auch schon einen dicken Batzen getilgt. Das heißt: wir zahlen jetzt weit weniger Zinsen! Wenn Herr Wowi rosarote Love-Feten feiert, dann kostet das eine ganze Stange Geld und bringt keinen einzigen Arbeitsplatz mehr. Wenn dagegen in Bayern Geld nicht für Zinsen gezahlt werden muss, dann wird es in Investitionen und damit Arbeitsplätze gesteckt. Gefühlt betrachtet: was gibt´s da zu jammern?
Und mit der Energie ist das auch so eine Sache: ich frag mich schon, ob ich nächstens zum energetischen Globetrotter werde: Erdöl aus Saudi-Arabien, Erdgas von Schröder – sorry aus Russland natürlich, und Atomstrom aus fragwürdigen Kernkraftwerken aus Frankreich oder der Ukraine. Nur weil unsere sicheren deutschen Kernkraftwerke in Ehren entlassen werden? (vielleicht als Belobigung für so viel Sicherheit?) Gefühlt betrachtet: das IST zum Jammern.
Und zu dem faulen Politiker muss ich heut´ auch mal was loswerden: wenn der Herr X oder die Familie Ypsilon ein wirkliches Anliegen hat, weil z.B. der Strassenbelag zu laut ist, weil die Vorfahrt auf dem Radweg geändert wurde oder weil die Mülltonne stinkt, dann rufen sie die Politiker an. Die sind nicht träge und fragen in den entsprechenden Verwaltungen nach, und oftmals schaffen sie auch Abhilfe. Also gegen den stinkenden Müll wird´s keine Abhilfe geben, weil der das einfach tut, der Müll – egal ob dem faulen oder fleißigen Politiker das gefällt oder nicht. Aber sonst gibt´s eigentlich immer eine Lösung. Gefühlt betrachtet: nennt man das faul?
Und daher denk ich mir: wenn sich die, die sich heutzutage überhaupt noch bereit finden, das Gejammere und Geschimpfe ertragen zu wollen und trotzdem politisch aktiv zu werden, in den ganzen Jahren Zeit für uns Bürger nehmen, dann sollten wir uns am Wahltag auch die fünf Minuten Zeit nehmen und zum Wählen gehen, ...
... oder rational betrachtet: geht´s uns noch gut?
Eure Emily
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Natürlich geht es uns gut.
Natürlich geht es uns gut. Und die ewigen Jammerlappen habe ich auch bis obenhin. Und deshalb werde ich wahrscheinlich mal wieder der CSU meine Stimmen geben, weil die SPD nicht nur nicht regieren kann und auch nicht wird (sie steht ja in Bayern bei aktuell knapp 20 %), sondern auch nur Polemik betreibt. Ins selbe Horn stößt der Gastkommentator, der seinen Namen nicht nennen will, aber einen Herrn Schwarz beschimpft, weil er auf keinem Wahlplakat zu sehen ist und auch kein Mandat hat. Meiner Meinung nach hat sich da der Schreiber selbst disqualifiziert.
Den anderen Kommentatoren fällt zu obenstehendem Artikel wohl nichts ein.
Wie sehen das eigentlich die anderen Leser?