
Wir werden kämpfen!
Interview mit dem neuen Landesvorsitzenden Florian Pronold
Herzlichen Glückwunsch zu Deiner Wahl, Florian. Wie beurteilst Du den Parteitag bisher?
Die Stimmung ist hervorragend. Die Diskussionen sind engagiert und nach vorne gerichtet. Von diesem Parteitag wird ein Signal des Aufbruchs ausgehen.
Der Parteitag geht heute zu Ende. Wie geht es jetzt weiter?
Die Arbeit fängt jetzt erst an. Wir müssen das Aufbruchssignal jetzt ins Land tragen: In die Ortsvereine und vor allem zu den Bürgerinnen und Bürger. Wir werden jetzt ausschwärmen und in den nächsten drei Wochen in allen Bundeswahlkreisen mit den Genossinnen und Genossen diskutieren. Das wichtigste Ziel ist dabei, allen Mitgliedern die Möglichkeit zu geben, uns ihre Ideen und Anregungen für die Erneuerung der BayernSPD mit auf den Weg zu
geben.
Was passiert mit den Anregungen der Mitglieder?
Wir werden uns mit jedem Vorschlag auseinandersetzen. Das wird in dem halben Jahr nach der Bundestagswahl geschehen. Im Frühjahr muss dann das Ergebnis stehen, was wir konkret verändern wollen. Und jedes Mitglied, das einen Vorschlag gemacht hat, wird dann eine Antwort bekommen.
Du hast gestern gesagt, wir müssten uns ins Gewinnen verlieben. Was meinst Du damit?
Gewinnen ist auch eine Frage der Ausstrahlung. Kurt Seggewis, Michael Adam u.a.haben das vorgemacht. Kompetenz haben die sowieso, aber sie haben auch ausgestrahlt, dass sie gewinnen wollen. In Bayern gibt
es mehr Herzen, die im sozialdemokratischen Takt schlagen, als sozialdemokratische Wähler. Diese Herzen wollen wir erobern.
Bis zur Bundestagswahl sind es noch 77 Tage. Was wird bis dahin passieren?
Vor vier Jahren war der Abstand zwischen SPD und Union in den Umfragen größer als heute. Damals haben wir das
Ruder in den letzten Monaten noch herumgerissen. Am Ende haben nur 4000 Stimmen zur stärksten Fraktion gefehlt, ohne die SPD konnte in Berlin nicht regiert werden. Das können wir auch dieses Jahr schaffen.
Was wird das zentrale Thema?
Die Union verspricht Steuersenkungen und Schuldenabbau - trotz der hohen Kosten der Krise. Dazu gibt es nur einen Weg: Brutalster Sozialabbau. Das müssen wir den Menschen erklären. Es geht um Sozialstaat oder Wildwest-Kapitalismus. Um Regulierung der Finanzmärkte oder die nächste Runde im Casino. Kampf um jeden Arbeitsplatz oder Abwicklung durch den Insolvenzminister. Deshalb kämpfen wir. Das sind wir den Menschen schuldig.
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